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Der Oktober 2009 verspricht in Berlin mehr als sexy zu werden. Denn neben der Venus und dem Pornfilmfestival findet auch das 1. Erotikliteraturfestival namens erophil statt.

Gerade in Deutschland, bekanntlich das Land der Dichter und Denker, fristet Erotikliteratur leider immer noch ein Schattendasein in der Schmuddelecke. Dies will man nun ändern und das erste internationale Festival für erotische Literatur in Berlin soll das Genre jetzt aus der ungeliebten Nische heraus führen.

Erotik und Literatur auf dem Erotikliteraturfestival erophil

Wie wir bereits in unseren News mitgeteilt haben, wollen die Veranstalter die künstlerische Bandbreite klassischer und moderner Erotikliteratur einem größeren Publikum nahe bringen.
An drei Tagen wird eine Fach- und Publikumsmesse, eine wissenschaftlichen Fachtagung sowie ein umfangreiches Kulturprogramm geboten. Die häufig gezogenen Grenzen zwischen homo- und heterosexueller Literatur sollen dabei ebenfalls überwunden werden.

erophil ist als ein internationales Forum gedacht, bei dem sich Verlage und Autor/innen aber auch literarische Gesellschaften aus dem Genre der erotischen Literatur sich Kolleg/innen und interessierter Öffentlichkeit präsentieren und in einen fachlichen Austausch treten können“, erklärte Projektleiter Maurice Schuhmann.

Fachleute für Erotik auf der erophil

Von Beginn an wird erophil Lustvolles und Wissenschaftliches mischen. So wird zum Auftakt am Freitag, der Film „Salò – Die 120 Tage von Sodom“ gezeigt, kenntnisreich eingeführt vom Filmwissenschaftler PD Dr. Marcus Stiglegger.

Auf der Fachtagung „Erotikliteratur – quo vadis?“ am Samstag, diskutieren dann unter anderem Verleger/innen (z.B. Claudia Gehrke, Konkursbuch Verlag) und Autor/innen mit Literaturwissen-schaftlern (Dr. Volker Woltersdorff, FU Berlin) und dem diesjährigen Preisträger des Berliner Literaturkritikerpreis Dr. Stefan Zweifel.

Zum Thema Zensur und Erotikliteratur referiert Theo Doll am Beispiel der „Geschichte der O“, und Vertreter vom Prix Sade, einem französischen Literaturpreis, berichten von ihrer Unterstützung zensierter Literatur.

Vorgelesene Erotik auf dem Erotikliteraturfestival

Lesungen von Autorinnen und Autoren erotischer Literatur sollen dem Publikum niveauvollen und geistreichen literarischen Umgang mit dem Thema näher bringen.

Lesen werden unter anderem: Phoebe Müller aus ihrem Erzählband „Die Beute“ (Konkursbuch Verlag), die Slam-Poetin Céline Robinet, Ingeborg Middendorf aus ihrem neuen Roman „Der Mann, der nicht küsste“ (Storia Verlag), Wendy Delorme aus „Insurrections“, Jên Bartels aus  „Wie man(n) verführt wird“ (Delicious Works) sowie Krischan Schöninger.

erophil widmet sich Frankreich als Schwerpunktthema

Der diesjährige Schwerpunkt der erophil ist auf die französischsprachige Erotikliteratur gerichtet. Denn im Gegensatz zum Umgang in Deutschland ist man in Frankreich durchaus stolz auf renommierte Literatur aus dem Erotikbereich und den Erfolg der Autorinnen und Autoren.

Ohne Ansehensverlust können sich daher auch führende Vertreter der französischen Gelehrtengesellschaft Academie Française zu ihrer Vorliebe für Erotikliteratur bekennen. Hierzulande sind allenfalls Klassiker, die mit dem Siegel der Weltliteratur versehen sind wie Marquis de Sade oder Jean Genet salonfähig, der Rest gilt nach wie vor als „Bückware“.

Weitere Informationen zum 1. Erotikliteraturfestival in Berlin unter: www.erophil.de