Fabienne im Interview: „Diskretion ist kein Zusatzservice“

Die Inhaberin von Goddess Escort spricht über Business-Dates, Grenzen und das Klischee vom Kiez und darüber, was Gäste wirklich buchen, wenn sie eine Begleiterin anfragen.

Tom Berger - Herausgeber & Editor in Chief - GAN Magazin
von Tom Berger - Herausgeber & Chefredakteur
13 Minuten Lesezeit

Zwischen der ersten Anfrage und dem ersten Händedruck liegt bei einem Escort Date mehr Arbeit, als die meisten vermuten. Fabienne kennt diese Arbeit aus ihrem Alltag. Sie führt Goddess Escort, eine Agentur mit Begleiterinnen in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf und Köln. Gebucht werden ihre Damen für Dinner Dates, Geschäftstermine, Overnight Aufenthalte und Reisen.

Im Gespräch mit German-Adult-News erzählt Fabienne, warum sie lieber wenige Damen persönlich kennt als viele nur vom Foto, wie ein Geschäftsabend mit Begleitung vorbereitet wird und weshalb ein Nein bei ihr nie zur Diskussion steht. Auch über Anfragen, die eher nach Reeperbahn als nach Hotelbar klingen, spricht sie offen.

Ein Telefon, das nie ganz schweigt

GAN: Fabienne, dein Handy liegt die ganze Zeit mit dem Display nach unten auf dem Tisch. Absicht?

Fabienne: Absolute Absicht. Sonst schaue ich alle zwei Minuten drauf. Gerade ist Messezeit in Frankfurt, da kommen die Anfragen im Minutentakt. Aber für die nächste Stunde gehöre ich euch.

GAN: Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei dir aus?

Fabienne: Normal ist relativ. Tagsüber beantworte ich Anfragen, kläre Rückfragen und stimme mich mit den Damen ab: Wer hat wann Zeit, wer passt zu welchem Abend, was muss die Begleiterin vorab wissen. Abends wird es dann eigentlich erst richtig spannend, weil die Dates laufen. Bei jedem Termin weiß jemand von uns, wo die Dame ist. Sie meldet sich bei Ankunft und wenn sie wieder geht. Das ist keine Formalie, das ist Sicherheit.

GAN: Klingt nach wenig Feierabend.

Fabienne: Es ist ein Beruf, bei dem man nicht um 17 Uhr den Laptop zuklappt. Aber ich mache ihn gern. Ich mag es, Menschen zusammenzubringen, bei denen ich vorher schon ahne, dass der Abend gut wird.

Kuratiert statt Katalog

Fabienne, Inhaberin von Goddess Escort, sitzt lächelnd in weißem Kleid und schwarzen Stiefeln auf der Lehne eines Ledersofas
Fabienne führt die Agentur Goddess Escort

GAN: Goddess bezeichnet sich als kuratierte Agentur. Das klingt eher nach Galerie als nach Vermittlung. Was heißt das konkret?

Fabienne: Dass ich jede Begleiterin persönlich kenne. Ich weiß, wofür sie sich begeistert, wo sie sich wohlfühlt und wo nicht. Lieber wenige Damen, die ich wirklich einschätzen kann, als eine lange Liste, bei der niemand mehr weiß, wer wer ist. Wenn jemand für ein Geschäftsessen anfragt, empfehle ich ihm eine andere Dame als jemandem, der einen lockeren Abend mit Tanzen sucht.

GAN: Wonach wählst du die Damen aus?

Fabienne: Nach Persönlichkeit. Natürlich spielt das Aussehen eine Rolle, das wäre gelogen, wenn ich etwas anderes behaupten würde. Aber es entscheidet keinen Abend. Entscheidend ist, ob jemand neugierig auf Menschen ist, zuhören kann und sich im Sternerestaurant genauso sicher bewegt wie auf einem Empfang. Und ob sie diesen Beruf aus eigener Entscheidung ausübt. Das ist für mich nicht verhandelbar.

GAN: Was kostet ein Abend mit einer eurer Begleiterinnen?

Fabienne: Die Honorare legt jede Dame selbst fest, sie beginnen bei 700 Euro für zwei Stunden. Zwei Stunden sind bei uns das Minimum, und ehrlich gesagt rate ich den meisten zu mehr. Bei einem Dinner braucht die Nervosität ihre Zeit, bis sie verschwindet. Wer auf die Uhr schaut, hat nichts vom Abend.

GAN: Und was suchen die Gäste, die bei dir anfragen, tatsächlich?

Fabienne: Gesellschaft, in erster Linie. Ein Dinner, bei dem man nicht allein am Tisch sitzt. Ein Gespräch, das nicht um Zahlen geht. Viele unserer Gäste sind beruflich unterwegs, oft drei, vier Tage am Stück in Berlin oder Frankfurt. Die wollen abends nicht schon wieder allein an der Hotelbar sitzen.

„Lieber wenige Damen, die ich wirklich einschätzen kann, als eine lange Liste, bei der niemand mehr weiß, wer wer ist.“

Fabienne im GAN-Interview

Das Kiez-Problem

GAN: Escort wird noch immer gern mit dem Rotlicht in einen Topf geworfen. Wie oft begegnet dir das?

Fabienne: Fast täglich, und am häufigsten bei Anfragen aus Hamburg. Da schreibt jemand, ob man sich „irgendwo auf St. Pauli“ treffen kann oder ob es „auch schnell geht“. Ich nehme das niemandem übel, das Bild der Reeperbahn ist einfach sehr stark. Aber ein Escort-Date funktioniert anders. Es ist eine vorab vereinbarte Verabredung mit festem Rahmen. Man trifft sich in einer Hotellobby oder im Restaurant, nicht im Viertel.

GAN: Was ist für einen Gast der größte Unterschied?

Fabienne: Planbarkeit. Honorar, Dauer, Treffpunkt und Ablauf stehen vorher fest. Vor Ort wird nichts verhandelt, nichts nachgefordert, nichts überraschend geändert. Das nimmt beiden Seiten den Druck. Ihr habt bei GAN ja vor Kurzem über High-Class-Escort in Hamburg als Lifestyle geschrieben. Leise statt laut, das trifft es ziemlich genau.

GAN: Gibt es Anfragen, die du sofort ablehnst?

Fabienne: Ja. Wenn der Ton schon in der ersten Nachricht nicht stimmt, wird es am Abend selten besser. Wer respektlos über Frauen schreibt oder gleich nach Rabatten fragt, bekommt eine freundliche Absage. Das klingt hart, aber meine Damen sollen sich auf ihre Termine freuen können.

Wenn die Begleitung zur Kollegin wird

GAN: Ein großer Teil eurer Anfragen betrifft Geschäftstermine. Wie läuft so ein Abend ab?

Fabienne: Er beginnt lange vor dem ersten Händedruck. Wir besprechen mit dem Gast, wer einlädt, welche Gäste dabei sind, welcher Dresscode gilt und welche Rolle die Begleiterin einnehmen soll. Das kann eine gute Bekannte sein, eine Partnerin, aber auch eine Kollegin, eine Assistentin oder eine Dolmetscherin. Daraus entsteht ein Briefing für die Dame.

GAN: Eine Begleiterin, die als Kollegin auftritt. Funktioniert das wirklich?

Fabienne: Sehr gut sogar, wenn die Vorbereitung stimmt. Dann klären wir vorab ganz konkret: Welche Position hat sie, für welchen Bereich ist sie zuständig, was weiß sie über Produkte und Kunden? Darf sie Fragen zum Projekt beantworten oder verweist sie an den Gast? Und was sagt man, wenn jemand nachhakt? Je konkreter das Briefing, desto selbstverständlicher der Auftritt.

GAN: Welche Rolle spielen Sprachen, gerade bei internationalen Gästen?

Fabienne: Eine große. Einige unserer Damen sprechen drei oder vier Sprachen. Ich erinnere mich an ein Geschäftsessen mit Gästen aus Frankreich und den Niederlanden, bei dem unsere Begleiterin zwischendurch einfach in die jeweilige Sprache gewechselt ist. Der Gast hat mir hinterher geschrieben, das sei der entspannteste Termin der ganzen Reise gewesen. Wichtig ist nur: Das muss vorher abgesprochen sein. Niemand soll am Abend plötzlich vor einer Aufgabe stehen, die nicht vereinbart war.

Ob Bekannte, Partnerin oder Kollegin: Die Rolle der Begleiterin wird vor jedem geschäftlichen Termin genau abgestimmt.

Grenzen, die nicht verhandelt werden

GAN: Wie geht ihr mit Grenzen um?

Fabienne: Sehr klar. Jede Dame legt ihre Grenzen selbst fest, und wir besprechen sie mit dem Gast vor dem Date. Am Abend selbst soll niemand über Grenzen diskutieren müssen. Ein Nein gilt, ohne Nachfrage und ohne Überreden.

GAN: Und wenn ein Gast das trotzdem nicht respektiert?

Fabienne: Dann wird er nicht mehr vermittelt. Kein langes Gespräch, keine zweite Chance, auch nicht für Stammgäste. Das ist der einzige Weg, damit die Damen uns überhaupt offen erzählen, wenn etwas nicht gestimmt hat. Wenn sie das Gefühl hätten, wir wägen erst ab, ob sich der Kunde lohnt, würden sie schweigen. Und dann hätten wir verloren.

GAN: Wir haben vor Kurzem mit der Begleiterin Grace gesprochen. Sie sagt, sie verstehe Männer heute besser. Hörst du so etwas auch von deinen Damen?

Fabienne: Ständig. Das Interview mit Grace habe ich übrigens mit großem Interesse gelesen, weil es so ehrlich ist. Viele unserer Damen erzählen Ähnliches: Die meisten Männer wollen nicht beeindrucken, sondern einfach mal nicht der sein, der immer alles im Griff haben muss.

„Ein Nein gilt, ohne Nachfrage und ohne Überreden. Wer das nicht respektiert, wird nicht mehr vermittelt.“

Fabienne im GAN-Interview

Gesetz, Zahlen, Realität

GAN: Das Prostituiertenschutzgesetz gilt seit Juli 2017. Laut Statistischem Bundesamt waren Ende 2025 rund 32.500 Personen angemeldet, etwas mehr als ein Jahr zuvor. Was bedeutet das Gesetz für eine Agentur wie deine?

Fabienne: Es setzt einen verbindlichen Rahmen, und den finde ich grundsätzlich richtig. Das Prostituiertenschutzgesetz regelt unter anderem die Anmeldepflicht und die Erlaubnispflicht für Gewerbe, und wir arbeiten in diesem Rahmen. Die Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen aber auch, dass vieles nicht in der Statistik auftaucht. Für Gäste ist das ein guter Grund, genau hinzuschauen.

GAN: Woran erkennt man eine seriöse Agentur, bevor man die erste Nachricht schreibt?

Fabienne: An Dingen, die eigentlich selbstverständlich sein sollten: ein vollständiges Impressum, eine erreichbare Ansprechperson, feste Honorare, echte Profile und schriftlich bestätigte Absprachen. Wer vor Ort plötzlich mehr verlangt oder den vollen Betrag vorab auf ein unbekanntes Konto haben möchte, sollte die Finger davon lassen.

GAN: Und wie sieht es mit Diskretion aus, gerade in Zeiten, in denen jeder ein Smartphone in der Hand hat?

Fabienne: Die nehmen wir in beide Richtungen ernst. Daten unserer Gäste geben wir nicht weiter, private Kontaktdaten der Damen bleiben privat, und Folgetermine laufen immer über uns. Fotos gibt es nur, wenn beide ausdrücklich zustimmen. Und bei der Ortswahl beraten wir: Die ruhige Hotelbar ist fast immer die bessere Wahl als das angesagte Restaurant, in dem jeder Teller auf Instagram landet.

Ein Rat und eine Bitte

GAN: Was rätst du jemandem, der zum ersten Mal über eine Buchung nachdenkt und nicht weiß, wie er anfangen soll?

Fabienne: Stell alle Fragen, die du hast, auch die, die dir peinlich vorkommen. Eine gute Agentur beantwortet sie ehrlich. Und dann sei einfach du selbst. Die Damen merken in den ersten fünf Minuten, ob jemand ehrlich interessiert ist oder eine Rolle spielt. Nervosität ist übrigens völlig in Ordnung. Viel angenehmer als ein Mann, der so tut, als hätte er das schon hundertmal gemacht.

GAN: Und die Bitte, die du jedem Gast mitgeben würdest?

Fabienne: Pünktlich sein. Wirklich. Fünf Minuten Puffer einplanen, und wenn es doch später wird, kurz Bescheid geben. Das klingt banal, aber es ist der einfachste Weg, einen Abend gut beginnen zu lassen.

GAN: Letzte Frage: Macht dir die Arbeit nach all den Anfragen noch Spaß?

Fabienne: Sehr. Am schönsten sind die Nachrichten am Morgen danach, wenn ein Gast schreibt, dass er seit Langem keinen so entspannten Abend mehr hatte. Und wenn die Dame mir dasselbe erzählt. Dann weiß ich, dass die ganze Vorbereitung sich gelohnt hat.

Silhouette eines Frauenkörpers in rotem Spitzen-Body vor schwarzem Hintergrund
Goddess Escort vermittelt Begleiterinnen in fünf deutschen Städten

Info: Goddess Escort

High-Class-Escort-Agentur mit Begleiterinnen in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf und Köln. Dinner-Dates, Business-Begleitung, Overnight und Reisebegleitung.


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