DirtyLittleSecret: Neue Creator-Plattform soll im August 2026 starten

Die neue Cam- und Content-Plattform aus Österreich setzt auf hohe Auszahlungsquoten, Automatisierung, Gamification und zusätzliche Verdienstmöglichkeiten für Creator.

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Mit DirtyLittleSecret (dirtylittlesecret.net) steht eine neue europäische Cam- und Creator-Plattform vor dem Start. Der Launch ist weiterhin für August 2026 vorgesehen, ein konkretes Datum gibt es allerdings noch nicht. Bevor die Plattform offiziell freigeschaltet wird, soll die komplette Seite noch einmal von einer externen Stelle geprüft werden.

DirtyLittleSecret: Neue Creator-Plattform soll im August 2026 starten

Der ursprünglich frühere Start wurde bereits um einige Wochen verschoben. Nach Angaben des Betreibers hatten unter anderem schon registrierte Creator um zusätzliche Vorbereitungszeit gebeten. Die Verzögerung wurde zugleich genutzt, um technische Funktionen weiterzuentwickeln und die Plattform auf den öffentlichen Betrieb vorzubereiten.

Hinter DirtyLittleSecret steht die DLS Entertainment GmbH mit Sitz in Wien, geführt von Gerhard Birkfellner und Dipl.-Ing. Matthias Lindner.

Gerhard Birkfellner, Geschäftsführer der DLS Entertainment GmbH, Porträt vor DirtyLittleSecret-Branding
Gerhard Birkfellner, Geschäftsführer der DLS Entertainment GmbH, hinter DirtyLittleSecret. Foto: ©DLS

Livecam, Content und Fan-Abos auf einer Plattform

DirtyLittleSecret verbindet mehrere Modelle, die Creator bislang häufig über unterschiedliche Dienste nutzen. Zum Angebot gehören interaktive Livecam-Sessions, Direktnachrichten und Chats mit integrierten Verkäufen, Bilder- und Videogalerien, Social-Feed-Funktionen sowie monatliche Fan-Abonnements.

Ein Dashboard liefert Creatorn detaillierte Informationen zu Einnahmen und Aktivitäten. Nach Angaben von DLS lassen sich unter anderem Verkäufe, Fan-Aktivität und weitere Performance-Daten auswerten.

Das System soll diese Daten nicht nur anzeigen, sondern auch Empfehlungen geben, wann und womit ein Creator besonders gute Ergebnisse erzielen könnte. Verkaufen sich Videos beispielsweise zu bestimmten Uhrzeiten überdurchschnittlich gut, kann das System empfehlen, neue Inhalte ebenfalls in diesem Zeitraum zu veröffentlichen.

Ranking berücksichtigt Aktivität und Reaktionszeit

Auch bei der Sichtbarkeit innerhalb der Plattform will DLS andere Schwerpunkte setzen als ein rein nach Account-Größe oder bestehender Reichweite aufgebautes Ranking.

Berücksichtigt werden nach Angaben des Betreibers unter anderem die Häufigkeit und Aktualität veröffentlichter Inhalte, aktive Online-Zeiten, Reaktionsgeschwindigkeit in Chats und Social Feed sowie gebuchte interne Promotions.

Creator sollen dabei selbst bestimmen, wie intensiv sie DirtyLittleSecret nutzen. Wer eine Pause benötigt, kann sein Profil beispielsweise über einen sogenannten Ghost Mode vorübergehend unsichtbar stellen.

Diese Kombination könnte vor allem für Newcomer interessant sein. Ob sie dadurch in der Praxis tatsächlich schneller sichtbar werden als bei etablierten Plattformen, wird sich allerdings erst nach dem Launch beurteilen lassen.

Automatische Trailer und Live-Übersetzung

Ein Teil der technischen Entwicklung konzentriert sich auf Funktionen, die Creatorn Arbeit abnehmen sollen.

Aus hochgeladenen Videos erstellt DirtyLittleSecret automatisch kurze Trailer. Das System generiert die Vorschau innerhalb weniger Sekunden. Optional können Creator zusätzlich ein eigenes Thumbnail hochladen.

Videos und Beiträge lassen sich außerdem vorplanen.

Eine weitere Funktion betrifft internationale Kommunikation. Die Livechats sollen Nachrichten automatisch und in beide Richtungen übersetzen. Nach Angaben des Betreibers werden sämtliche in Europa gesprochenen Sprachen unterstützt. Die Übersetzung funktioniert auch innerhalb des Livecam-Chats und soll nahezu ohne Verzögerung erfolgen.

Gerade für Creator mit internationalem Publikum könnte das eine praktische Erleichterung sein, da für die direkte Kommunikation keine gemeinsame Sprache mehr zwingend erforderlich ist.

50 Prozent Beteiligung, 80 Prozent bei Fan-Abos

Beim Vergütungsmodell hat DLS die ursprünglich kommunizierten Konditionen inzwischen überarbeitet.

Reguläre Creator erhalten nach aktueller Betreiberangabe 50 Prozent Beteiligung auf alle Funktionen. Bei Fan-Abonnements liegt die Auszahlungsquote bei 80 Prozent.

Zusätzliche Konditionen sind für ausgewählte Brand Ambassadors vorgesehen. Creator können sich dafür bewerben oder von DLS angesprochen werden. Je nach Einsatz und individueller Leistungsvereinbarung sind Beteiligungen von bis zu 65 Prozent möglich.

Das zuvor öffentlich gewordene Modell, nach dem die ersten 100 registrierten Creator eine besondere lebenslange 50-Prozent-Regelung erhalten sollten, ist dagegen nicht mehr aktuell. Laut DLS handelte es sich um ein verworfenes Konzept, das versehentlich öffentlich sichtbar geblieben war. Mindestens 50 Prozent gelten inzwischen regulär für alle Creator.

DirtyLittleSecret Kampagnenmotiv „Bald geht's los" zum bevorstehenden Plattform-Launch
Kampagnenmotiv „Bald geht’s los“ zum bevorstehenden Launch von DirtyLittleSecret. Foto: © DLS

Frühe Creator erhalten zusätzliche Vorteile

DLS vergibt pro Land nur eine begrenzte Zahl an Brand-Ambassador-Plätzen, in der Startphase sollen die Chancen entsprechend höher sein, einen solchen Platz zu bekommen. Darüber hinaus will das Unternehmen frühe Creator mit zusätzlichen Leistungen belohnen, etwa Merch-Pakete, Einladungen zur Begleitung des Teams auf Messen oder von DLS organisierte und finanzierte Shootings.

Eine Verpflichtung zu exklusiver Zusammenarbeit besteht nicht. Creator können parallel auf anderen Plattformen aktiv bleiben und selbst entscheiden, wie häufig sie Inhalte veröffentlichen oder Liveangebote nutzen.

Zehn Prozent Lifetime-Provision für geworbene Creator

Auch Empfehlungen werden vergütet. Wer einen neuen Creator für DirtyLittleSecret gewinnt, erhält nach Angaben des Unternehmens dauerhaft zehn Prozent von dessen tatsächlichem Auszahlungsbetrag.

Verdient ein vermittelter Creator beispielsweise 5.000 Euro zur Auszahlung, werden dem werbenden Creator beziehungsweise Talent Recruiter zusätzlich 500 Euro Provision gutgeschrieben.

DLS hat sich nach eigener Aussage bewusst für diese Berechnung entschieden. Würde die Provision lediglich aus dem Plattformanteil berechnet, wäre die Vergütung für aktive Vermittler erheblich niedriger.

Monatliche Auszahlung ab dem ersten Euro

Creator werden einmal im Monat ausgezahlt. Eine Mindestauszahlungsgrenze gibt es laut Betreiber nicht, die Auszahlung erfolgt damit bereits ab dem ersten verdienten Euro. Aktuell wird das Geld per Überweisung auf das vom Creator hinterlegte Bankkonto ausgezahlt. Weitere Auszahlungsmöglichkeiten könnten später hinzukommen.

Beim Thema Chargebacks setzt DLS auf Echtzeitabgleiche und technische Prüfungen, die Rückbuchungen weitgehend verhindern sollen. Rücktrittsrechte und Rückabwicklungen lassen sich dennoch nicht vollständig ausschließen. Nach Aussage des Unternehmens sollen daraus entstehende Probleme möglichst nicht auf die Creator abgewälzt werden.

Interner Test mit 80 Nutzern und zehn Creatorn

Die Aussage, dass Creator auf DirtyLittleSecret perspektivisch höhere Einnahmen pro Stunde erzielen können, basiert bislang auf einem internen Test. Daran nahmen nach Angaben von DLS 80 Nutzer und zehn Creator teil.

Dabei zeigte sich laut Betreiber eine vergleichsweise hohe Ausgabe von Coins pro Nutzungsstunde. Als einen Grund nannten Teilnehmer den Social Feed, dessen Bedienung und Nutzung an bekannte Social-Media-Plattformen erinnert.

Hinzu kommt nach Einschätzung von DLS die höhere Auszahlungsquote. Creator können Inhalte dadurch gegebenenfalls günstiger anbieten, ohne dass sich ihr eigener Anteil im gleichen Verhältnis reduziert.

Positives Feedback gab es laut Betreiber auch zur optionalen Nutzung von Fan-Abonnements. Nutzer können Inhalte einzeln kaufen und müssen kein Abo abschließen, wenn sie keine dauerhafte Bindung wünschen.

Da es sich um einen internen Test des Plattformbetreibers handelt, müssen sich diese Ergebnisse nach dem öffentlichen Launch erst im regulären Betrieb bestätigen.

Unsichtbare Wasserzeichen sollen Content zurückverfolgbar machen

Beim Schutz hochgeladener Inhalte nutzt DirtyLittleSecret ein System mit nutzerspezifischen unsichtbaren Wasserzeichen. Kauft ein User einen Inhalt, wird nicht einfach die ursprünglich hochgeladene Datei ausgeliefert. Das System erzeugt eine für das jeweilige Endgerät optimierte Version und versieht deren einzelne Bilder mit individuellen, nicht sichtbaren Markierungen.

Taucht dieser Content später unerlaubt auf einer anderen Plattform oder Webseite auf, soll sich anhand dieser Kennzeichnung nachvollziehen lassen, welchem Nutzer die betreffende Datei ursprünglich ausgeliefert wurde. Eine Einschränkung gibt es: Das Verfahren kann seine volle Wirkung nur entfalten, wenn der betreffende Inhalt exklusiv über DirtyLittleSecret verbreitet wurde.

Altersprüfung mit Didit

Für die Alters- und Identitätsprüfung nutzt DirtyLittleSecret den externen Dienstleister Didit. Gerade bei einer Plattform für Erwachsenenunterhaltung ist die Verifikation ein wichtiger Bestandteil des Jugendschutz- und Sicherheitskonzepts.

DLS orientiert sich dabei am österreichischen und europäischen Rechtsrahmen sowie an den entsprechenden Datenschutzvorgaben. Die technische Infrastruktur wurde nach Angaben des Unternehmens vor dem Launch zusätzlich extern auf Sicherheitslücken geprüft. Details zum beauftragten Sicherheitsunternehmen werden derzeit noch mit diesem abgestimmt und deshalb vorerst nicht veröffentlicht.

DirtyLittleSecret Kampagnenmotiv "Noch wenige Tage bis deine Inhalte live gehen" mit Team vor Launch
Kampagnenmotiv „Noch wenige Tage bis deine Inhalte live gehen“ von DirtyLittleSecret. Foto: © DLS

Talent Recruiter auch ohne eigenen Content

DirtyLittleSecret richtet sich nicht ausschließlich an Creator, die selbst vor der Kamera stehen oder Inhalte produzieren. Für Fotografen, Videografen, YouTuber und andere Personen mit Kontakten zu potenziellen Creatorn gibt es einen eigenen Talent-Recruiter-Zugang.

Ein Talent Recruiter kann selbst keine Inhalte hochladen und keine Livecam starten. Sein Account bleibt grundsätzlich unsichtbar, solange er nicht beispielsweise durch Kommentare im Social Feed öffentlich in Erscheinung tritt.

Studios und Agenturen erhalten dagegen einen erweiterten Creator-Account. Sie können sich mit den Profilen ihrer Models verbinden, Statistiken einsehen und Promotions buchen, vorausgesetzt, das jeweilige Model stimmt dieser Verbindung ausdrücklich zu. Die Kontrolle über den eigenen Account bleibt damit beim Creator.

Rund 450 Creator vor dem Start

Nach Angaben des Unternehmens haben sich inzwischen rund 450 Creator für DirtyLittleSecret registriert. Hinzu kommen mehr als 3.000 Nutzer beziehungsweise Fan-Vorregistrierungen.

Unter den Creatorn befindet sich auch Sweet Lilith, die GAN-Leser als Girl des Monats kennen.

Eine vollständige öffentliche Übersicht gibt es derzeit noch nicht. Creator, die ihr Onboarding bereits abgeschlossen haben, sind über den Bereich „Neueste Creator“ auffindbar.

DirtyLittleSecret setzt bei der VENUS auf Newcomerinnen

Auf der VENUS Berlin 2026 wird DirtyLittleSecret noch keinen eigenen Messestand betreiben. Stattdessen sollen Promo Girls während der Messe auf die Plattform aufmerksam machen. DLS will dabei bewusst auf Newcomerinnen setzen, deren Namen noch nicht fest in der Branche etabliert sind.

Ob die Promo Girls tatsächlich an allen vier Messetagen unterwegs sein werden, steht noch nicht fest. Feste Treffpunkte oder größere Aktionen sind für dieses Jahr ebenfalls nicht geplant. Die Models erhalten nach Angaben des Unternehmens lediglich einen groben Rahmen für ihre Arbeit vor Ort und sollen ansonsten selbst entscheiden, wie sie DirtyLittleSecret präsentieren.

DirtyLittleSecret Logo

Selbst reinschauen

Wer DirtyLittleSecret schon vor dem offiziellen Launch kennenlernen möchte, kann sich vorregistrieren – per QR-Code oder direkt online, als Creator oder als Fan.

Der Praxistest beginnt mit dem öffentlichen Start

Livecams, Fan-Abonnements und der Verkauf von Videos und Bildern sind keine neuen Geschäftsmodelle. Interessanter ist bei DirtyLittleSecret die Verbindung mit automatisierten Funktionen, Echtzeitdaten, Übersetzungen, Social Feed und unterschiedlichen Vergütungsmodellen. Hinzu kommen Funktionen wie automatisch erzeugte Trailer, Content-Tracking über unsichtbare Wasserzeichen und Empfehlungen auf Grundlage der eigenen Verkaufsdaten.

Mit inzwischen rund 450 registrierten Creatorn verfügt DirtyLittleSecret zum Start über eine solide Basis. Ob sich daraus dauerhaft eine Alternative zu etablierten Cam- und Content-Plattformen entwickelt, werden die kommenden Monate zeigen. Aus Creator-Sicht bringt DLS mit hohen Auszahlungsquoten, flexibler Nutzung und einigen durchdachten technischen Funktionen jedenfalls interessante Voraussetzungen dafür mit.

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