Weiße Sandstrände unter den Füßen, die Ostsee im Blick, und eine frische Meeresbrise, die sanft über nackte Haut weht – Rügen ist bekannt dafür, ein Paradies für Freunde der Freikörperkultur zu sein. Ob Mann, Frau, Jung oder Alt, sich nackt zu sonnen und im Wasser treiben zu lassen, vermittelt ein besonderes Gefühl von Freiheit.
Doch das Bad in Sonne und Meer ist für viele nur der halbe Spaß. Denn oftmals weckt die Zeit auf der Insel auch die Lust auf ein erotisches Erlebnis. Wie es damit klappt, verrät dieser Artikel.
Die traumhaften FKK-Strände Rügens
Kaum ein Ort in Deutschland besticht mit so vielen und zugleich auch so schönen Stränden wie Rügen. Entlang der sandigen Insel-Küsten lädt mehr als ein Dutzend gekennzeichneter Nacktbadeplätze dazu ein, sämtliche Hüllen getrost für einen Tag lang fallen zu lassen. Hier sind einige der unter FKK-Badenden beliebtesten Strände und Seebäder Rügens:
- Bakenberg
- Dranske
- Gager
- Lobbe/Thiessow
- Ostseebad Baabe
- Ostseebad Binz
- Ostseebad Göhren
- Ostseebad Sellin
- Ostseebad Thiessow
- Prora
- Putgarten
- Sassnitz/Mukran
- Seebad Insel Hiddensee
- Seebad Juliusruh

Nackt zu sein gehört an diesen Stränden zum guten Ton. Wer jedoch auf der Suche nach etwas körperlicher Nähe ist oder gar sexuelle Phantasien ausleben möchte, sollte wissen, dass intime Annäherungen und der Austausch von Zärtlichkeiten an FKK-Badeplätzen nicht allzu gerne beobachtet werden. Denn das Nacktsein hat in der Freikörperkultur kaum bis nichts mit erotischen Gelüsten zu tun.
Die Wurzeln der Freikörperkultur reichen weiter zurück, als man vermuten könnte: Bereits im 18. Jahrhundert kam in Mitteleuropa das Nacktbaden auf, in Essen gilt 1898 die Gründung des ersten offiziellen FKK-Vereins als Ausgangspunkt der organisierten Bewegung. Von dort aus verbreitete sich die Freikörperkultur rasch, auch an Nord- und Ostsee fanden sich schon bald erste Anhänger. Nach einem Verbot während des Zweiten Weltkriegs erlebte sie ab den 1960er-Jahren einen neuen Aufschwung.
Auf Rügen selbst war das Nacktbaden dann vor allem zu DDR-Zeiten fest etabliert und galt als eine der wenigen Freiheiten, die der Alltag damals bot. Diese Offenheit hat sich bis heute gehalten und prägt das Selbstverständnis vieler Strandabschnitte, an denen Textilfreiheit selbstverständlich und nicht die Ausnahme ist.
Wer einen FKK-Urlaub auf Rügen plant, findet ein breites Angebot an passender Unterkunft. Neben klassischen Ferienwohnungen in Ostseebädern wie Binz oder Sellin gibt es mehrere FKK-Campingplätze mit direktem Strandzugang, die speziell auf Nacktbadegäste ausgerichtet sind. Wer die Ruhe abseits des Trubels sucht, findet an den weniger erschlossenen Küstenabschnitten rund um Dranske oder Lobbe deutlich mehr Platz zum Alleinsein.
Die beste Reisezeit für einen FKK-Aufenthalt liegt zwischen Mai und September, wenn die Wassertemperaturen der Ostsee ein längeres Bad ohne Frösteln erlauben. Im Hochsommer, insbesondere in den Schulferien, sind die bekannten Strände wie Binz oder Prora deutlich voller. Wer es ruhiger mag, weicht auf die Vor- oder Nachsaison aus oder besucht die abgelegeneren Küstenabschnitte im Nordosten der Insel.
Besonders naturbelassen präsentiert sich die Schaabe zwischen Juliusruh und Glowe: Der rund zehn Kilometer lange, unbesiedelte Landstreifen verbindet die Halbinseln Wittow und Jasmund und bleibt selbst in der Hochsaison vergleichsweise leer – allerdings auch ohne Kiosk oder Strandwache, ein Picknickkorb lohnt sich also. Im belebteren Binz liegt der FKK-Abschnitt rund zwei Kilometer nördlich des Kurplatzes, während sich rund um Lobbe und Thiessow auf der Halbinsel Mönchgut einige der ursprünglichsten FKK-Küstenabschnitte der Insel erstrecken.
Zweifellos verspürt aber dennoch so mancher Gast gelegentlich die Lust auf ein kleines Schäferstündchen. Wie sollte es – umgeben von so viel nackter Haut und inmitten einer Traumkulisse aus Sonne, Strand und Meer – auch anders sein. Die gute Nachricht: Wer dies nachempfinden kann, ist damit keineswegs allein.
Deutsche haben Lust auf Sex in der Öffentlichkeit
Für viele ist Sex im Freien eine willkommene Abwechslung zum klassischen Bettsport. Rund die Hälfte aller Deutschen hatten mindestens einmal in ihrem Leben Sex in der Öffentlichkeit – so die Ergebnisse einer im Auftrag des Playboy-Magazins durchgeführten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Mafo.de.

Von den 2000 Befragten gaben 56 Prozent der Männer und 66 Prozent der Frauen an, bereits Sex an öffentlichen Orten, wie beispielsweise im Auto, im Wald, am Strand oder im Flugzeug gehabt zu haben. Der Reiz lag den meisten Angaben zufolge vor allem darin, an einem ungewohnten Ort Sex zu haben, etwas Verbotenes zu tun, sowie dabei möglicherweise ertappt werden zu können.
So klappt es mit dem erotischen Outdoor-Erlebnis auf Rügen
Wer eine sichere Nummer schieben will, ist gut beraten, einfach ein heißes Treffen zu vereinbaren. Online gibt es zahlreiche Foren, in denen potentielle Sex-Bekanntschaften posten, wann und wo sie anzutreffen sein werden und wonach sie suchen. Eine ebenso hohe Erfolgsquote verspricht es, ganz einfach sonnige Sextreffen auf Rügen mit Amateuren zu arrangieren – auf diese Weise nimmt man zugleich auch einen selbstgedrehten Sex-Clip als Souvenir mit nach Hause.
Natürlich kann man auch sein Glück versuchen, indem man den eigenen Charme spielen lässt. Bei Flirtversuchen direkt am Nacktstrand sollte allerdings behutsam vorgegangen werden. Starren, spannen und sich neben Fremde zu setzen, ohne um Einverständnis zu bitten, gehört zu den absoluten Tabus am FKK-Strand – und daran halten sich auch jene Damen und Herren, die durchaus Interesse an einem nackten Strand-Rendezvous haben. Wer hier also einen Kontakt (welcher Art auch immer) knüpfen will, sollte möglichst unaufdringlich und höflich auftreten.

Die Chance auf ein körperliches Aufeinandertreffen ist zudem deutlich höher, wenn man den Sonnenschirm an den richtigen Strandabschnitten spannt. Sexsuchende FKK-Gäste, die mit der Gegend vertraut sind, wissen meist ziemlich genau, an welchen Ecken sich die Gleichgesinnten tummeln.
Prinzipiell sind diese eher an den weniger besuchten Strandabschnitten anzutreffen, die zugleich auch in unmittelbarer Nähe von Wäldern und Gebüschen liegen. Heiße Spuren sind etwa Trampelpfade, die vom Strand aus ins Dickicht führen und anschließend kreuz und quer verlaufen, ohne ein bestimmtes Ziel zu erreichen. In der Nähe dieser Wege nehmen häufig eben jene Gäste Platz, die planen, bei Gelegenheit kurz für ein erotisches Abenteuer aus dem Blickfeld der restlichen Strandgäste zu verschwinden.
Sicher und einvernehmlich – praktische Tipps für Sex im Freien
Wer sich für ein erotisches Abenteuer unter freiem Himmel entscheidet, sollte neben der Rechtslage auch ein paar praktische Punkte bedenken. Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen bleibt auch im Freien ein Thema. Kondome gehören für spontane Begegnungen mit neuen Bekanntschaften ebenso in die Strandtasche wie Sonnencreme.
Auch das Thema Einverständnis verdient klare Worte. Was am FKK-Strand oder im Dünenwald wie eine offene, freizügige Atmosphäre wirkt, ersetzt nicht das ausdrückliche Ja der beteiligten Personen. Wer eine fremde Person anspricht oder eine bestehende Situation beobachtet, sollte sich stets vergewissern, dass alle Beteiligten einverstanden sind. Zuschauen ohne Zustimmung ist ebenso tabu wie unerwünschte Annäherungen.
Praktisch empfiehlt sich außerdem eine gewisse Vorbereitung. Ein Handtuch oder eine leichte Decke schützt nicht nur vor Sand, sondern lässt sich bei Bedarf auch als Sichtschutz nutzen. Wer sich unsicher ist, wie einsehbar ein Strandabschnitt tatsächlich ist, sollte lieber einmal mehr die Umgebung prüfen, bevor er oder sie sich für einen abgelegenen Moment zurückzieht. Gerade in der Hauptsaison sind Spaziergänger und Hundehalter oft unerwartet in der Nähe.
Wer Rügen gezielt für ein Wochenende mit erotischem Fokus besucht, findet online mittlerweile spezialisierte Communities und Plattformen, über die sich Gleichgesinnte im Vorfeld verabreden – ein deutlich planbarerer Weg, als das Glück direkt am Strand herauszufordern.
Rügen abseits des Strands – mehr als nur FKK
Rügen hat aber auch abseits der Nacktbadestrände einiges zu bieten, das sich für einen erotisch getönten Kurzurlaub zu zweit eignet. Die Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund gehören zu den spektakulärsten Naturschauspielen der deutschen Ostseeküste und lassen sich auf ausgedehnten Wanderungen erkunden, die sich hervorragend mit einem romantischen Zwischenstopp verbinden lassen. Auch das Kap Arkona im Norden der Insel mit seinen Leuchttürmen bietet abgelegene Aussichtspunkte, die abseits der Hauptsaison oft menschenleer sind.
Wer den Tag lieber entspannt ausklingen lässt, findet in den Ostseebädern zahlreiche Wellnesshotels mit Sauna- und Spa-Bereichen, die sich als Ergänzung zum Strandtag anbieten. Gerade in der Nebensaison lohnt sich häufig ein Kurztrip mit Übernachtung, da viele Unterkünfte dann deutlich günstigere Konditionen bieten als in den Sommermonaten.
Auch kulinarisch hat die Insel einiges zu bieten: Fischräuchereien direkt am Hafen, gemütliche Strandbars und Restaurants mit Ostseeblick sorgen dafür, dass sich ein Tag am Nacktstrand zwanglos in einen entspannten Abend zu zweit verlängern lässt.
Sex unter freiem Himmel – bitte mit Vorsicht genießen
Tatsächlich erfreut sich Sex im Freien aktuell großer Beliebtheit. Immer mehr Paare, und auch Singles, versuchen sich etwa an Praktiken wie dem Dogging. Doch auch wenn der öffentliche Orgasmus ohne Zweifel eine große Verlockung darstellt, sollte man immer erst die Lage checken. Denn wer sich beim öffentlichen Ausüben des Geschlechtsakts erwischen lässt, macht sich strafbar.

Der Anzeigegrund lautet in diesem Fall Erregung öffentlichen Ärgernisses. Die verhängten Strafen können bis zu mehrere hundert Euro betragen – und Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Wird man von der Polizei erwischt, kann man nur hoffen, dass diese es locker nimmt und es bei einer Verwarnung beziehungsweise einem Platzverweis belässt.
Strafbar ist Sex in der Öffentlichkeit jedoch nur, wenn dieser auch wirklich beobachtbar ist. Lässt sich nur erahnen, was sich unter einer Decke oder einem großen Badehandtuch abspielt, besteht rein rechtlich kein Grund zur Sorge.
Rechtlich lohnt sich ein genauerer Blick auf den Unterschied zwischen zwei Tatbeständen, die in diesem Zusammenhang häufig verwechselt werden. Der reine Exhibitionismus nach Paragraf 183 Strafgesetzbuch betrifft das gezielte Zurschaustellen der Genitalien zur eigenen sexuellen Erregung gegenüber unbeteiligten Personen und wird strenger geahndet als die bereits erwähnte Erregung öffentlichen Ärgernisses nach Paragraf 183a. Einvernehmlicher Sex zwischen zwei oder mehr Personen im Freien fällt in aller Regel unter Letzteres, sofern er von Dritten wahrgenommen werden kann.
Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, findet abseits des Strands legale Alternativen. In vielen Regionen gibt es Swinger- und Erlebnisclubs, die eine ähnliche Offenheit und Öffentlichkeit des Erlebnisses bieten, ohne rechtliche Grauzonen zu berühren. Auch ausgewiesene FKK-Saunen und Wellnessanlagen ermöglichen zwangloses Nacktsein in einem rechtlich unbedenklichen Rahmen.
Ein Punkt wird dabei häufig übersehen: Auch selbstgedrehte Aufnahmen aus einer solchen Situation unterliegen dem Recht am eigenen Bild. Sind auf Fotos oder Videos unbeteiligte Personen erkennbar, etwa im Hintergrund am Strand, braucht deren Veröffentlichung grundsätzlich eine Einwilligung. Für den privaten Gebrauch gilt das nicht ganz so streng, wer Aufnahmen aber später teilt oder hochlädt, sollte diesen Aspekt im Hinterkopf behalten.
