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Hera Delgado: Arbeits-Einblicke einer Erotikfilm-Regisseurin

Der erotische Film hat viele Nischen, in der ungeachtet der Flaute des Porno-Mainstreams gerade kleine Firmen sehr gut überleben können. Eine dieser deutschen Firmen ist Eronite, die in Potsdam Zuhause ist.

Hera Delgado Foto 1Eronite, einst als reine Webmaster- und Internetfirma gestartet, produziert heute nicht nur eigenen erotischen Online-Content, sondern seit einigen Jahren auch eigene DVDs. Mit dem Schwerpunkt auf Fetisch und Reality-Porn Produktionen haben die Potsdamer bislang etwa 50 bis 60 Filme veröffentlicht.

Bei fast allen Filmen war die Haus- und Hofregisseurin Hera Delgado mit am Set. Die Regisseurin wacht bei Eronite stets streng darüber, dass der Kameramann alles so filmt, wie sie will und auch darüber, dass sich die Darsteller an die abgemachten Aktionen halten.

Ich komme selbst aus der Fetisch-Szene, wie viele andere der Eronite-Mitarbeiter auch aus verschiedenen Fetisch Nischen stammen. Daher liegt mein Interesse vordergründig auch in diesem Gebiet. Ich sehe mich auch weniger als Porno- sondern vielmehr als Erotik-Regisseurin. Die meisten der Eronite Produktionen sind ohnehin keine Pornos. Der Bondage-Film „Tsuri“, in dem asiatische Fesselpraktiken gezeigt werden, ist sogar jugendfrei. Bis auf einen blanken Busen ist dort nichts zu sehen, was Anstoß erregen könnte. Und das mit Absicht“, sagt Hera Delgado: „Wir wollten Fesselkunst zeigen und nicht die Linse in gespreizten Beinen versenken.“

Hera Delgado Set FotoSo ist auch in „Latex-Exzesse“ überhaupt keine nackte Haut zu sehen, sondern es steht der Latex im Vordergrund. Ein Konzept, das durch den engen Kontakt zur Latex-Szene entstand, erklärt die Regisseurin: „Latex-Liebhaber haben sich beschwert, dass in den üblichen Latex-Filmen, die Darsteller zwar Latex tragen, aber nur um darin zu vögeln. Mit dem Fetisch hat das wenig zu tun.“

In Anbetracht dessen verwundert es nicht, dass „Latex-Exzesse“ zu den erfolgreichsten Eronite Filmen zählt. So sind auch die Anzüge und anderen Kleidungsstücke für diese Produktion maßgeschneidert worden und stellt eine Huldigung ans Latex dar und ist kein Porno, so Hera Delgado.

Hera Delgado: Mein Wunschfilm hätte 50% Handlung und 50% erotische Action!

Ein amerikanischer Pornoproduzent hat mal gesagt, dass man nur einen Daumen und eine Kamera brauche, um Sex-Filme zu drehen. Das sieht Hera Delgado aber ganz anders: „Vielleicht liegt es daran, dass ich ein Frau bin, aber ich habe schon gewisse Ansprüche an einen Film.“
So gibt es auch immer eine Handlung, an der sich die Szenen und Filme von Hera Delgado orientieren. Auch das Gonzo-Konzept ist Delgado völlig fremd. Die Antwort, auf die Frage, welche Art von Erotikfilm sie mit einem unbegrenzten Budget drehen würde, kommt auch sehr schnell: „Es wäre ein Film mit 50 Prozent Handlung und 50 Prozent erotischer Action.“

Hera Delgado Foto 2Hera Delgado bespricht vor jedem Film, die Handlung mit den Darstellern. Es passiert nichts, was jemand nicht will. Sie erklärt es an dem Film, der „Pfad zur Demut“, einem wunderbar authentischen SM-Film: „Sklavin Rieke und Monsieur Desdenova haben sich erst kurz vor den Dreharbeiten getroffen. Desdenova hat erklärt, was er sich vorstellen könne, und Rieke erklärte, was sie gerne über sich ergehen lässt. Anschließend habe ich gesagt, was ich davon nicht haben möchte.“ Rund um die Rahmenhandlung ist dann die Szene entstanden. „Der Clou war, dass Rieke nicht wusste, wann was geschieht,“ freut sich Hera Delgado über einige besonders reale Momente im Film.

Eine besondere Aufgabe ist es immer wieder, die richtigen Darsteller zu finden. Auf 50 Männer, die gecastet werden wollen kommt eine Frau, sieht Delgado das erste Missverhältnis: „Das zweite Missverhältnis ist das zwischen dem, was die Männer glauben was sie können, und dem was sie wirklich können.“
Beim letzten Casting sind von 25 Leuten, drei übrig geblieben. Meist obliegt es dann der Vorstellungskraft Hera Delgados, was sie mit den Darstellern anstellt: „In „Gnadenlos verarscht“ spielt Oma Brunhilde mit. Sie kam zum Casting an einem brüllend heißen Tag und war absolut außer Atem und verschwitzt. Ich hatte aber trotzdem das Gefühl, das wir für sie eine Rolle haben und letzen Endes auch hatten.“

Die Regisseurin hat oft Darsteller erlebt, die sich schon nach einem Dreh als Profis sahen. Diese Flausen muss Hera Delgado ihnen immer wieder austreiben: „Profi-Darsteller ist einer, der davon leben kann. Davon gibt es in Deutschland vielleicht eine Handvoll.“
Eronite selbst hat zwei Darstellerinnen, die exklusiv arbeiten: Das sind Annika Bond und Linda Fox. An den Tagen, an denen sie nicht drehen, sind sie vor der Webcam zu sehen.

Hera Delgado Setfoto