Samstag, Mai 18, 2024

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Joanna Angel – Ein Engel auf Erden

Zu den interessantesten Darstellerinnen in den letzten Monaten zählt die New Yorkerin Joanna Angel. Nicht nur weil, sie gut aussieht und eine gute Darstellerin ist, sondern vielmehr weil sie an der Spitze des aufkommenden Alt-Porn-Genres steht und zugleich die kreative und treibende Kraft hinter der Website Burning Angel ist. Des Weiteren arbeitet sie noch als Regisseurin, produziert selber und vieles mehr.

Joanna AngelHallo Joanna! In den USA bist Du ja mittlerweile recht bekannt, während es in Deutschland meistens ein wenig länger dauert bis sich neue Entwicklungen durchsetzen. Kannst Du Dich daher unseren Lesern, sofern sie Dich noch nicht kennen, bitte einmal kurz vorstellen?

Okay und hallo zusammen. Ich heiße Jonna Angel und bin Pornografin, natürlich auch Porno-Darstellerin… und ich bin die Gründerin und Inhaberin der Webseite BurningAngel.com. Wenn Ihr nicht wisst, worum es bei Burning Angel geht; es handelt sich um eine Adult-Website, auf der Ihr Fotos und Hardcore-Videos findet, die alternative Girls zeigen. Also, genau das Gegenteil zu den wie Barbie-Puppen aussehenden Girls, wie sie im normalen Mainstream-Porno zu sehen sind.
Auf Burning Angel findet Ihr aber zusätzlich noch was in Sachen Musik, wie Interviews und Platten-Kritiken. Die Girls schreiben übrigens auch noch Blogs und es gibt von jeder ein Profil, sodass sich die Besucher der Seite auch einen persönlichen Eindruck von den Girls machen können… sozusagen als Ergänzung zu ihren Titten! Aber natürlich auch von den Eigenschaften ihrer Titten.

Dein Name ist eng mit dem Begriff und Genre des ‚Alternative Porn‘ verbunden, Kannst Du uns eine genaue Definition geben, worin sich Alt-Porn unterscheidet und worum es überhaupt geht?

Ich glaube ich weiß es selber nicht so genau. Ich mache eigentlich nur Pornografie, von der ich denke, dass sie heiß ist. Zum Beispiel, finde auch ich Jenna Jameson heiß, aber ich finde auch dass sie mit einem grünen Iro unlängst heißer aussehen würde. Ich bin mir sicher, dass das auch einige andere Menschen so empfinden… so denke ich bei meinen Filmen an mich und an alle andere Menschen, die gerne Jenna Jameson mit einem grünen Iro sehen würden. Erklärt das die Sache vielleicht ein wenig?

Joanna AngelIch glaube schon, aber wie erklärst Du Dir prinzipiell das große Interesse an Deiner Person und der ganzen Alt-Porn Bewegung?

Nun letzten Sommer machte ich meinen ersten Film für Hustler. Der hieß „Joanna’s Angels“ und erschien im September 2005. Das war wohl auch der Zeitpunkt, als alles so richtig los ging. Ich hatte zuvor mehrfach versucht mit jemandem bei Hustler zu sprechen, um die Gelegenheit zu bekommen, einen eigenen Film realisieren zu können… um ehrlich zu sein, war es wohl nur ein einziger Grund das es geklappt hat der, dass ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort war… ist aber auch egal. Zu dem Zeitpunkt diskutierte Larry Flynt mit seiner damaligen Kreativchefin, dass sie doppelt so viele Filme produzieren müsse, wie sie damals produzierte. Sie sagte ihm dann wohl etwas in der Art wie: „Nun gut, dann werde ich eben jedes Arschloch engagieren das hier einen Pornofilm drehen will – wenn es nur um die Quote geht und nicht um Qualität… dann werde ich mich da auch nicht mehr dran stören.“ Und wie es der Zufall so wollte, hatte ich an diesem besonderen Tag mein Meeting bei Hustler. Ich machte also meinen Film und als er fertig war, sagte man mir, dass sei der schlimmste Film, den man je gesehen hat und fragte ständig, wer zum Teufel mich engagiert hätte. Aber der Film verkaufte sich gut und erhielt auch sehr gute Kritiken. Und dann wurde er auch noch für 7 AVN-Awards nominiert… und für ein Debüt gleich mehrfach nominiert zu werden ist schon sehr ungewöhnlich. Danach dachten sich wohl die Verantwortlichen bei Hustler, dass es okay sei, wenn ich auch weiterhin Filme für sie machen würde. Ich wollte eigentlich nach meinen anfänglichen Erfahrungen „fuck you“ sagen, da sie mich nicht akzeptiert haben, als ich es brauchte… aber es ist nun mal Hustler und wie auch immer, ich will eigentlich nur Filme machen und so schluckte ich meinen Stolz ‚runter und stimmte zu weiter zu drehen.
Seitdem habe ich einige Filme mehr gemacht, unter anderem eine Fortsetzung zu dem schlimmsten Film aller Zeiten „Joannas Angels 2“, sowie mit „Joanna Angel’s Guide to Humping“ einen weiteren. Im Januar nächsten Jahres erscheint mit „Porny Monster“, eine Parodie und Adaption von „Party Monster“… und ich werde daran arbeiten, dass noch viele weitere folgen. 
Ich habe außerdem ja noch meine eigene Produktionsfirma Burning Angel Entertainment und die dazu gehörende Website. Im Grunde genommen… baue ich gerade mein Imperium auf. Ich habe Burning Angel mit 300 Dollar Kapital und einem Freund, der über HTML-Kenntnisse verfügte, gegründet und nun sind wir schon sowas wie eine richtige Firma.

Was meinst Du, hätte ohne das Internet überhaupt jemand von Dir und Burning Angel in so kurzer Zeit Notiz genommen?

Nein. Ich hätte ohne das Internet gar nichts von dem machen können, was ich nun mache und erreicht habe.

Joanna AngelDu erwähntest gerade etwas ironisch, dass Du ein Imperium aufbaust. Siehst Du Dich selbst als Star und hast Du jemals damit gerechnet so erfolgreich zu werden?

Ich denke nicht, dass ich sehr erfolgreich bin. Ich bin auch einfach zu beschäftigt, um an sowas zu denken. Die erfolgreichen Menschen, die ich kenne, sitzen nur herum und machen über Monate nicht wirklich was. Und wenn sie dann mal etwas machen, erhalten sie eine nahezu lächerlich hohe Summe dafür und machen meist nicht mal viel dafür. Ich arbeite mir den Arsch ab und habe immerhin eine Menge Spaß. Ich fahre weder ein protziges Auto, noch habe ich in ein protziges Haus, aber dafür mache ich die Filme die mir gefallen und besitze eine eigene Firma… Ich treffe jede Menge interessante Leute, und denke mir Sachen aus, die ich dann auch umsetze. Aber es gibt eine Menge Menschen im Porno-Geschäft die weitaus erfolgreicher sind als ich. Aber dafür habe ich bestimmt mehr Spaß als sie.

Was würdest Du sagen, hat sich für Dich durch Deine Arbeit und Karriere im Porno-Business verändert?

Nun… ich habe auf jeden Fall viel weniger Freizeit als früher. Einige Verwandte sprechen auch nicht mehr mit mir. Früher war ich viel schüchterner und ruhiger, während ich nun viel freier rede. Ich bin auch zufriedener mit mir selbst und meinem Körper geworden. Ich bin aber in Sachen Sex verdorbener und verwöhnter geworden. Denn nachdem ich nun tollen Sex mit Jungs habe, die verdammt gut im Bett sind, denke ich nicht, dass ich noch den beschissenen zwei Minuten Sex von früher genießen kann.

In vielen Interviews und Artikeln über Dich war zu lesen dass Du dem jüdisch-orthodoxen Glauben angehörst. Ist Religion für Dich wichtig und hatte Deine Konfession oder Erziehung irgendeinen Einfluss auf Deine Arbeit?

Ich bin nicht sehr religiös… Ich meine, besser gesagt ich vermute, dass ich an Gott glaube, aber das hat in keiner Art und Weise einen Einfluss auf meinen Leben. Meine Familie ist jedoch sehr religiös und wenn ich sie im Urlaub besuche, verhalte ich mich auch entsprechend, da ich weiß, dass es sie sehr glücklich macht. Sie wissen aber auch, dass ich es nur ihnen zuliebe mache und solange wie ich bei ihnen bin. Religion ist für mich persönlich mehr eine kulturelle als eine im eigentlichen Sinne religiöse Angelegenheit.

Joanna AngelAuch wenn es jetzt weit hergeholt scheint, aber im weitesten Sinne hat es auch mit Kultur zu tun und ich würde gerne nochmal auf alt-porn zurückkommen. Sieht die es als zukünftigen Weg oder gar als Revolte gegen etablierte Strukturen? Oder ist es einfach nur ein Trend und eine weitere Nische?

Ich denke, der ganz entscheidende Punkt in Sachen Porno ist der, dass es da draußen für jedes Bedürfnis etwas gibt. Ich revoltiere jedenfalls gegen nichts. Ich mache nur Porno, den ich auch sehen will und ich denke, dass andere Menschen es auch sehen wollen. Ich habe eine Menge von den „Mainstream“-Pornografen in diesem Geschäft gelernt. Sie machen die Dinge sehr ähnlich wie ich, nur mit dem Unterschied das ich eine andere Vision habe. Ich denke, alt-porn wird sich mehr zu einem Oberbegriff entwickeln und e