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Nackt unter Leder

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Nachdem E-M-S zuletzt mit Hans Billians Josefine Mutzenbacher – Manche mögens heiß erotische Akzente setzte, folgt nun ein weiteres DVD-Highlight aus der Filmgeschichte. Bei Nackt unter Leder handelt es sich um eine Verfilmung des Romans „La Motorcyclette“ („Das Motorrad“, 1963) von André Pieyre De Maniargue, der zu den vergessenen Skandalfilmen der 60er-Jahre zählt.

Nackt unter Leder Nackt unter Leder
„The Girl on a Motorcycle“, „La Motorcyclette“

Genre: Erotik, Klassiker

Land / Jahr: D 2006 (GB/F 1967)
Laufzeit: ca. 88 Min.

Studio / Vertrieb: E-M-S
Regie: Jack Cardiff

Darsteller: Alain Deloin, Marianne Faithful, Roger Mutton, u.a.

Format: DVD, PAL Widescreen,  DD 1.0 (dt./engl.)  
Extras: Trailer, Booklet

Die Geschichte von Nackt unter Leder ist gleichermaßen simpel, wie tragisch und nimmt sich der klassischen Dreiecks Liebesgeschichte an. Rebecca (Marianne Faithful) ist mit dem biederen Junglehrer Raymond (Roger Mutton) zusammen. Während des ersten gemeinsamen Urlaubs wird sie von dem Hochschullehrer Daniel (Alain Delon) verführt. Aus Angst und aufgrund der gesellschaftlichen Zwängen trifft Rebecca, die für sie verhängnisvolle Entscheidung, die Affaire mit Daniel durch eine schnelle Heirat mit Raymond zu beenden.

Doch ihre Gefühle für Daniel, wie auch nach persönlicher Freiheit und Erfüllung ihrer erotischen Sehnsüchte sind unlängst größer. Nur wenige Tage nach ihrer Hochzeit streift sie eines frühen Morgens den Lederkombi über ihre nackte Haut und bricht aus der Tristesse der kleinen französischen Stadt aus.
Mit dem Motorrad macht sie sich auf den Weg zu Daniel nach Heidelberg. Während ihrer Fahrt erzählt der Film in Form von Flashbacks Rebeccas Geschichte, Erlebnisse und Träume. Eine Fahrt ins Glück, die tragisch enden soll…

Auch wenn der Roman deutlich freizügiger und unlängst plakativer die sexuellen Aspekte der Geschichte präsentiert, vermittelt auch der Film den erotischen Diskurs zwischen Frau und Maschine, sowie des Lederfetisch. Der geht hier allerdings von der Frau aus, wobei er eigentlich eine typische männliche Fantasie verkörpert. Aber die kinky-Attitüde, der damals 21-jährigen Marianne Faithful, die dem Titel nach auch unter dem Leder nichts trägt, ist einfach unglaublich stark.

Dem Film wurde aber in der Vergangenheit und zu Unrecht der Erfolg nicht gegönnt. Das fing damit an, dass es während der dreimonatigen Dreharbeiten zu Unstimmigkeiten zwischen Faithful und Delon kam. Laut ihrer Autobiografie wollte Delon sie unbedingt abschleppen und ins Bett bekommen, was sie aber nicht zugelassen hat.
Viel verhängnisvoller für den Film erwiesen sich hingegen die vernichtenden Kritiken, die es aber immerhin nicht verhindern konnten, dass Nackt unter Leder zumindest in England erfolgreich im Kino lief.
In Deutschland tat sich insbesondere mal wieder der Katholische Filmdienst hervor, der nicht mit Häme und Verkennung des Inhaltes sparte. Aber das wissen Filmfans ja und meist ist eine schlechte Kritik von dieser Stelle eher eine Empfehlung.

Erst Ende der 80er Jahre feierte dieser Film seine Wiederentdeckung, was auch eine entsprechende Würdigung und Aufmerksamkeit zur Folge hatte. Vielfach erkannte man in der Retrospektive, dass Nackt unter Leder einen rebellierenden Aufschrei nach (freier) Liebe und Aufbruch aus den einengenden Grenzen des moralischen Bürgertums darstellte. Allerdings schien dieser Ausbruch an individueller Freiheit anderen Stellen mehr aufgefallen zu sein, denn Nackt unter Leder erschien insbesondere in den Staaten und gegen den erklärten Willen des Regisseurs Jack Cardiff nur in einer sehr stark geschnittenen Fassung und wurde zudem noch als X-Rated klassifiziert.
Da der Film unverständlicher Weise selbst in Frankreich zensiert wurde, kann man E-M-S nur umso dankbarer sein, dass dieses Juwel der erotischen Kinogeschichte in Deutschland nun mit einer FSK16 Freigabe und uncut veröffentlicht wurde.

Jack Cardiff ist eigentlich mehr als international renommierter Kameramann und Oscar-Preisträger bekannt geworden, als denn für sein Regiearbeiten. So hat er den ersten englischen Technicolor Farbfilm gedreht und verstand sich perfekt auf die Ausleuchtung und das Zusammenspiel von Farben.
In Nackt unter Leder arbeitete er hingegen stark mit dem Wechsel von positiv und negativ, was insbesondere bei den Sexszenen abstrahierend zum Einsatz gekommen ist. Dies hat jedoch neben dem künstlerisch-psychedelischen Zeitgeist auch die Absicht gehabt, der Zensur entgehen zu wollen.

Ein psychedelisch angehauchtes, erotisches Roadmovie, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

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