Jenny Stella: GAN Girl des Monats (Oktober 2026)

Neun Jahre nach ihrem ersten VENUS-Auftritt eröffnet die Produzentin, Labelchefin und Agenturgründerin die Messe als Botschafterin.

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von GAN Redaktion - Redaktion
11 Minuten Lesezeit

Wer Jenny Stella in diesem Herbst sucht, findet sie an drei Orten gleichzeitig: im Livestream auf MyDirtyHobby, im Schnittraum ihrer nächsten DVD und am 22. Oktober auf der Eröffnungsbühne der VENUS Berlin. Mit 27 Jahren führt sie eine Produktionsfirma mit drei Labels, eine eigene Agentur und steht weiterhin selbst vor der Kamera. Jede dieser Rollen speist die anderen, und dieses System hat sie in nur neun Jahren aufgebaut.

Jenny Stella auf einen Blick

  • Geboren am 25. April 1999 in Hamm (Nordrhein-Westfalen), lebt in Mailand
  • Seit 2017 in der Branche, Start bei Visit-X, danach MyDirtyHobby
  • Markenbotschafterin von MyDirtyHobby
  • VENUS Awards: Bestes Amateurgirl (2023), Beste Darstellerin (2024), Cosmic Creativity Award (2025)
  • European X Award 2025: Beste deutsche Darstellerin
  • NetStarTV Award 2023
  • Jenny Stella Productions (gegründet 2022) mit den Labels Jenny Stella Productions, Bizarr und Girls in Private
  • Jenny Stella Academy (gegründet November 2025)
  • Offizielle Botschafterin der VENUS Berlin 2026

Vom Camgirl zur Markenbotschafterin

Jenny Stella kam 2017 mit 18 Jahren in die Branche, über die Livecam-Plattform Visit-X. Kurz darauf wechselte sie zu MyDirtyHobby, und dort ging es schnell: Innerhalb von zwei Jahren gehörte sie zu den beliebtesten Darstellerinnen des größten deutschen Amateurportals. 2026 läuft bereits das neunte gemeinsame Jahr, inzwischen in der Rolle der offiziellen Markenbotschafterin.

Den Anfang hat sie GAN im Exklusiv-Interview 2025 als Ausprobieren beschrieben, aus dem eine Profession wurde. Eine angefangene Ausbildung im Betrieb der Eltern brach sie ab, die ersten Aufnahmen entstanden mit ihrem damaligen Freund, die Initiative ging nach eigener Aussage klar von ihr aus. Ihren Ehrgeiz führt sie auf ihren Vater zurück, einen Unternehmer, der keine Urlaube kennt.

Schon 2020, mit 20 Jahren, nannte sie sich im Gespräch mit dem „Freitag“ die Chefin ihres eigenen Kanals. Sie drehte drei- bis viermal pro Woche, entschied selbst über Partner und Inhalte und ließ andere Darsteller erst nach einer dreimonatigen Bewerbungsphase an ihre Sets. Zwei Sätze aus diesem Porträt lesen sich heute wie ein Fahrplan: Sie wolle in Italien Mediendesign studieren und eine eigene Modelagentur gründen. Mailand ist inzwischen ihr Lebensmittelpunkt, das Meer liegt eine gute halbe Stunde entfernt.

Jenny Stella, tätowierte Darstellerin, im Studio-Porträt vor grauem Hintergrund
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Drei Trophäen, drei Rollen

Die Auszeichnungen der vergangenen drei Jahre lesen sich wie eine Karrierekurve. 2023 wurde sie bei den VENUS Awards als „Bestes Amateurgirl“ geehrt, im selben Jahr kam der NetStarTV Award in Berlin dazu. 2024 folgte die Hauptkategorie „Beste Darstellerin“.

Der dritte Award in Folge ging 2025 in eine ganz andere Richtung: Den Cosmic Creativity Award erhielt sie ausdrücklich für Kreativität und unternehmerisches Talent. Amateurmodel, Darstellerin, Unternehmerin: Mit drei verschiedenen Kategorien hat die Jury ihren Wandel gewissermaßen dokumentiert. Dass sie als Darstellerin dabei keineswegs abgetreten ist, zeigt ein zweiter Preis aus demselben Jahr: Bei den European X Awards 2025 wurde sie als beste deutsche Darstellerin ausgezeichnet.

Jenny Stella mit dem Cosmic Creativity Award bei den VENUS Awards 2025
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Vom Fünf-Minuten-Clip zum Spielfilm

2020 sagte sie noch, sie würde gern längere Videos drehen, aber die Nutzer mochten es kurz. Den Ausschlag gab später ein Dreh mit Jason Steel, dessen Arbeitsweise ihr zeigte, wie viel mehr Erotik in einem größeren erzählerischen Rahmen möglich ist. Heute veröffentlicht sie auf MyDirtyHobby jeden Sonntag Filme mit 20 bis 50 Minuten Laufzeit, donnerstags folgen kürzere Clips. Einen Fünf-Minuten-Clip nennt sie im Interview mit Eronite (August 2025) keinen erotischen Film, sondern einen schnellen Quickie.

Ein Label für jede Idee

2022 gründete sie ihr eigenes Label Jenny Stella Productions, vertrieben wird über VPS Film. Das Ziel war von Anfang an, auch Käufer im Handel und in Sexshops zu erreichen, die nie ein Cam-Portal öffnen würden. Inzwischen sind auf dem Hauptlabel mehr als zehn DVDs erschienen. Ein typisches Beispiel ist „Daddy, heute bin ich brav“, das wir ausführlich besprochen haben: fünf Szenen, eigene Regie und für Direktbesteller ein USB-Stick mit dem Material in 4K.

Das zweite Label, Jenny Stella Productions Bizarr, stellt den Fetisch selbst in den Mittelpunkt: Lack, Leder, Latex, Strümpfe, Rollenwechsel. Jenny Stella sieht dort eine Marktlücke, seit traditionsreiche Fetisch-Studios ihre Produktion eingestellt haben. Bei Bizarr arbeitet sie vor allem als Executive Producer, die Drehbücher stammen von Oliver Williams. Die erste Bizarr-DVD ist inzwischen erschienen, die zweite Produktion folgt im November 2026.

Das dritte Label, Girls in Private, ist ein Sammlerformat. Kolleginnen veröffentlichen hier bislang ungenutztes Material, ergänzt um eigens gedrehte Intros, in einer einmaligen Auflage von 150 Stück. Den Auftakt machte im November 2025 Domina Mara LeNoir. Die Logik dahinter erklärt Jenny Stella mit einer Beobachtung aus dem Alltag: Cam-Nutzer und DVD-Käufer sind seltener dieselben Menschen, als man glaubt. Die DVD soll beide Welten verbinden und Sammler in die Livecams der Darstellerinnen führen.

Jenny Stella filmt am Set einer eigenen Produktion
Foto: © Cute and Dangerous XXX Publishing

Die Academy: Karrierehilfe aus erster Hand

Die Agenturidee von 2020 wurde fünf Jahre später konkret. Nach der VENUS 2025 erreichten Jenny Stella rund 40 Anfragen von Models, die professionelle Begleitung suchten. Die Antwort war im November 2025 die Jenny Stella Academy, geführt von einem festen Dreierteam um Jenny Stella und Oliver Williams, in enger Kooperation mit dem Berliner Management Cute and Dangerous XXX. Kamerateams, Grafik, Merchandise und Vertrieb kommen aus einer Hand.

Die Liste der betreuten Namen ist seither gewachsen: Mara LeNoir, Devils Akita, Cutie Bliss, Sweet Lilith, Ada Shelby und Lena Desire, die auf MyDirtyHobby von der Academy betreut wird und 2026 ihre erste DVD bei Jenny Stella Productions veröffentlichte. Auch Mia May brachte ihr DVD-Debüt im Juli 2026 auf dem Label heraus. Als jüngster Neuzugang hat Bikergirl Joana einen Exklusivvertrag unterschrieben, ihre erste DVD ist für Anfang 2027 angekündigt.

Was die Academy von außen glaubwürdig macht, sind die Standards, die Jenny Stella an ihren eigenen Sets durchsetzt: ausführliches Briefing, aktuelle Tests, schriftliche Einwilligung, vereinbartes Safeword, feste No-go-Listen, Aftercare. Und Alkohol ist am Set verboten. Dahinter steht eine Haltung, die sie bewusst breit fasst: Sie setzt sich für gleiche Rechte von Darstellerinnen, männlichen Kollegen sowie trans und diversen Performern ein und kritisiert offen, dass soziale Netzwerke männliche und weibliche Körper nach verschiedenen Maßstäben behandeln.

Ihren Mentorinnen-Blick zeigte sie schon 2025, als sie auf der Filmbörse Berlin die damals unbekannte Mary Licious unter Vertrag nahm und eine Woche später mit ihr drehte.

Das schwierige Jahr und die Antwort darauf

So glatt, wie die Liste der Erfolge wirkt, war der Weg nicht. In einer ungewöhnlich offenen Neujahrsansprache blickte Jenny Stella auf 2025 als ein Jahr zurück, in dem Vertrauen mehrfach missbraucht wurde, auch von bekannten Namen der Szene. Die Rückschläge im Frühjahr haben sie nach eigener Aussage persönlich schwer getroffen, ihre Arbeit führte sie dennoch weiter.

Aus der Enttäuschung wurde eine öffentliche Initiative. Im Januar 2026 startete sie gemeinsam mit Mia May die Kampagne „Respekt ist der Weg – Erotik das Ziel“, finanziert aus eigener Tasche und von zahlreichen Branchenmedien unterstützt, darunter GAN. Im Mai setzten beide das Thema in Berlin fort, diesmal mit der Frage, welche Verantwortung Erotikmodels für ihr berufliches Umfeld tragen.

Botschafterin einer Messe, die sie mitgeprägt hat

Die VENUS ist für Jenny Stella nach eigenen Worten ein Familientreffen. Neun Jahre nach ihrem ersten Auftritt auf der Messe wurde sie im April zur Botschafterin der VENUS 2026 ernannt, sie selbst nannte die Nachricht eine große Überraschung. Vom 22. bis 25. Oktober gehört sie zu den acht offiziellen Botschafterinnen und ist zudem am Stand von Cute and Dangerous XXX zu Gast.

Auch der Messe-Kosmos jenseits der Halle hat ihren Weg begleitet. Ihr allererstes Interview führte Oliver Williams für seine Buchreihe „Die Welt der Venus“, die zur Messe erscheint. 2026 gehörte sie zu den Interviewpartnerinnen der ersten Ausgabe des Creator Magazins. Und ein Ziel ist noch offen: ein Erotikthriller im Kino-Look, das Drehbuch hat sie nach eigener Aussage bereits im Kopf.

Jenny Stella, offizielle Botschafterin der VENUS Berlin 2026
Foto: © Cute and Dangerous XXX Publishing

Darstellerin, Produzentin, Mentorin

Jenny Stella lässt sich auf keine einzelne Rolle festlegen, und genau das ist ihr Profil: Sie produziert, führt Regie, vermittelt Talente und bleibt dabei Darstellerin. In einer Szene, die Nachwuchs oft schnell verbraucht, baut sie Strukturen, die anderen den Einstieg erleichtern. Dass sie im Monat ihrer VENUS-Premiere als Botschafterin unser GAN Girl des Monats Oktober 2026 ist, liegt da nahe.

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