Auf Bangkok Nights hatte ich mich, insbesondere nach Internal Affairs, der gleichermaรen aus dem Hause Vivid kommt, eigentlich sehr gefreut. Zum einen mag ich Asia Carrera und asiatische Girls sowie Asien im Allgemeinen sehr. Aber nach all den leidlichen Erfahrungen hรคtte ich es besser wissen mรผssen, denn wenn sich westliche Studios dem Thema Asien widmen geht es meistens in die Hose. Und das ist hier, auch wenn es sich um einen Pornofilm handelt, keineswegs positiv gemeint!
Bangkok Nights: Pflichtprogramm fรผr Asia Carrera Fans?
Denn in der Regel mangelt es westlichen Filmproduktionen, seien es nun Pornos oder Mainstream-Filme, an jeglichem Flair und noch mehr an Authentizitรคt. Ein misslicher Umstand, der auch leider in voller Gรคnze auf Bangkok Nights zutrifft. Denn trotz des verheiรungsvollen Titel, und einigen asiatischen Porno-Darstellerinnen, bietet auch diese Vivid-Produktion insgesamt gesehen nicht viel mehr als viele vergleichbare Mainstream-Pornos aus den USA.
Das Resultat ist fantasielose und schnell produzierte Massenware, wie sie insbesondere Mitte der 90er Jahre zuhauf verรถffentlicht wurde.
Da kann auch ein bezaubernder Pornostar wie Asia Carrera nicht mehr viel retten. Oder etwa doch?
Die Story von Bangkok Nights (Vivid)
Zu sehen gibt es in Bangkok Nights gerade mal zwei Dreier- und Pรคrchen-Szenen sowie eine Lesbensex-Szene. Das ist im Prinzip nicht schlecht und kรถnnte auch reichen, wenn die Umsetzung und Inszenierung nicht derart misslungen wรคre โฆ
Erzรคhlt wird die โGeschichteโ eines Seemanns, der ein berรผhmt-berรผchtigtes Bordell in Bangkok besucht. Er wird hypnotisiert, um sich an lesbischem Sex zu erfreuen, hat eine auรerkรถrperliche Erfahrung und wird getรถtet.
Fรผr einen Kurzfilm mehr als Stoff genug, fรผr 70 Minuten allerdings nicht. Und so erinnert der Film auch einen Schulaufsatz, der mehrere Seiten umfassen soll, dem Verfasser aber nach der Hรคlfte nichts mehr einfรคllt. Entsprechend viel Platz lรคsst man und schreibt besonders groร, um die leeren Seiten zu fรผllen.
So รคhnlich muss es wohl auch Vivid mit Bangkok Nights ergangen sein als alle Szenen und Einstellungen abgedreht waren. Nach 50 Minuten Material galt es halt noch weitere 20 Minuten zu fรผllen.
So plusterte man den Vor- und Abspann mit 6 Minuten auf und fรผgte den Credits noch Softcore-Szenen mit Tricia Yen und Felecia hinzu. Beide spielen รผbrigens im Film nicht oder besser gesagt leider nicht mit. Es wรคre besser gewesen โฆ
Erotik-Darstellerinnen & Sex-Szenen in Bangkok Nights
Dafรผr spielen allerdings Cumisha Amado und Jasmin Aloha mit. Die beiden sind ehrlich gesagt nicht gerade die schรถnsten, noch die besten Erotikdarstellerinnen. Aber ersteres liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters.
Cumisha Amado bestreitet an der Seite von Alex Dane die erste Szene, in der sie auf Steven St. Croix treffen.
Weiter geht es mit Jasmin Aloha und Dan Steele. Dazu gibt es nicht viel zu sagen, auรer dass Dan Steele nicht viel kann und Jasmin hier nach einer vierjรคhrigen Pause in ihrem dritten Pornofilm zu sehen ist. Ganz so viele weitere folgten bis dato auch nicht …
Mit knapp 300 Hardcore-Szenen bis Anfang der 200er Jahre war Cumisha Amado zwar weitaus fleiรiger, aber nicht zwangslรคufig besser. Neben dem Opener ist sie in der dritten Sex-Szene mit Marc Wallice zu sehen. Der hat nun wahrlich auch schon bessere Zeiten erlebt. Angesichts des Treibens stelle ich mir eine heiรe Nacht in Bangkok durchaus anders vor.
Die angesprochene Lesbensex-Szene mit Asia Carrera und Jasmin Aloha ist immerhin ein echtes und erstes Highlight in Bangkok Nights.
Zumal Asia Carrera hier noch รคuรerst natรผrlich aussieht und sich noch nicht unters Messer gelegt hatte. Einfach nur schรถn!
Die letzte Nummer ist abschlieรend nochmal ein Dreier mit Asia Carrera, Marc Wallice und Steven St. Croix.
Zugleich ist es auch die lรคngste Sex-Szene und besteht aus vielen schรถnen Doggy-Sex Einstellungen, in denen Asia Carrera eine wundervolle Figur und Lust auf mehr von ihr macht.
Fazit: Alles andere als heiรe Nรคchte mit Vivid in Bangkok …
Da die Story vollkommen belanglos ist, gibt’s folgende Wertung: 2 x Sterne. Einmal einen fรผr Asia Carrera und einmal einen fรผr das umfangreiche Bonus-Material der Hardcore-DVD. Allerdings kann letzteres kein Maรstab fรผr eine Film-Rezension sein. Zudem sollte es gerade fรผr ein fรผhrendes US-Studio der Adult Entertainment Branche, wie es Vivid aktuell ist, kein Ruhmesblatt sein, dass die Extras interessanter als der eigentliche Film ist.
Ich tendiere in diesem Fall fast zu sagen, dass sich „Bangkok Nights“ย von Vivid hart an der Grenze zur gepflegten Langeweile bewegt. Was eigentlich schade ist, da man von Kelly Holland ansonsten weitaus besseres Material gewohnt ist und die sexy Auftritte von Asia Carrera hier durchaus formidabel in Szene gesetzt sind.
Lediglich die DVD-Extras sind erwรคhnenswert, wenn auch fรผr Vivid typisch: So werden unter anderem 4 Multi-Angle, zahllose Trailer und diverse Web-Extras geboten, womit das DVD-Medium derzeit zumindest in technischer Hinsicht voll ausgenutzt wird.
Fรผr Asia Carrera Fans ist „Bangkok Nights“ einen Blick wert! Fรผr allen andren gilt, dass man sich die Nรคchte sicherlich mit anderen Pornofilmen heiรer gestalten kann.
Produktinformation Film: Bangkok Nights
- Genre: Erotikfilm, Porno Spielfilm
- Land / Jahr: USA 1995
- Laufzeit: ca. 68 Min.
- Studio / Vertrieb: Vivid
- Regie: Toni English (aka Kelly Holland)
- Darsteller: Asia Carrera, Cumisha Amado, Alex Dane, Jasmin Aloha, Steven St. Croix, Marc Wallice, Dan Steele, Felecia (Non-Sex)
- Format (Bild + Ton): DVD, NTSC 4:3, Stereo (Englisch)
- DVD Extras: siehe Text