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Die Süssen mit den kleinen Muschis (Herzog Video)

Mit „Die Süssen mit den kleinen Muschis“ von Herzog Video geht es diesmal relativ weit in der Historie des deutschen Pornofilms zurück. Genauer gesagt ins Jahr 1980.

Die Süssen mit den kleinen Muschis DVD CoverImmer wieder geil: Die Süssen mit den kleinen Muschis

Die Süssen mit den kleinen Muschis erzählt die Geschichte des Hamburger Jung Klaus Fuhrmann. Der hat neben seinen sexuellen Eskapaden auch mal wieder ein Problem mit der staatlichen Obrigkeit, sprich der Polizei. Wie und warum das nun zusammenhängt, erläutert Klaus einem Polizisten in Rückblenden während einer Vernehmung.

Kurz gesagt liegt es einfach daran, dass sich Klaus einfach nicht zurückhalten kann. Sowohl bei den Frauen wie auch bei dem Geld anderer Leute. Das fängt bei seiner Bekanntschaft mit der blonden Moni im Hamburger Hafen an. Die lernt er eines Nachmittages kennen, indem er sie unverblümt anquatscht und schon nach kurzer Zeit mit ihr im Pool landet. Zuvor sieht man noch Monis junge Schwester, wie sie mit ihrem neuen Lover treibt. Ein ganzes schönes Früchtchen und auch Moni ist nicht ohne, wie später zu sehen ist. Sie hat weder Probleme es mit Klaus zu machen, noch später einen Dreier mit ihm und ihrer Freundin hin zulegen. Und genau da fangen Klaus Probleme an, als er sich im Anschluss mit Monis Geldbörse absetzt.

Er landet auf der Kirmes und verprasst die Kohle mit einer neuen weiblichen Bekanntschaft. Auch die Zustellung eines Pakets an einem anderen Tag endet für ihn in einer Verkettung unglücklicher Umstände. Natürlich nur aus seiner Sicht. Bei der Übergabe des Pakets an eine vornehme Witwe stellt sich nämlich raus, dass die gar nicht so vornehm ist, und lediglich von Klaus befriedigt werden will. Eine muntere Szene, in der Klaus auch eine gammelige Banane hervorzaubert, um es der notgeilen Witwe damit zu besorgen. Doch wie es der Zufall will, ist Klaus nicht wirklich in Form, sodass er frustriert von dannen zieht. Doch das Zimmermädchen tröstet ihn schnell und sie verabreden sich für eine Nummer am Abend. Zu dem bringt Klaus seinen Kumpel Bernd mit, der gerne für Klaus das Mädel übernimmt, als dieser keinen mehr hochkriegt. Aus Frust und Ärger über den Tag und dass am Morgen nicht erhaltene Trinkgeld, schnappt sich Klaus einfach den Schmuck der Dame.

Ja, Klaus ist nicht gerade ein sympathischer Zeitgenosse. Vor allem als er während einer wilden Rudelbums-Party bei Freund Dieter – und nach zwei flotten Dreiern – das Portemonnaie seines Freundes mitgehen lässt. Endstation seines wilden Treibens ist dann die Vernehmung durch die Polizei. Da er einen festen Wohnsitz hat, darf Klaus bis zur Fortsetzung der Vernehmung am nächsten Tag, nach Hause. Als er die Straße betritt, wartet nicht nur zu seiner Überraschung Moni auf ihn. Sie hat ihm verziehen, da sie sich ihn verliebt hat. Alles scheint vergessen und vergeben zu sein und die Zwei begeben sich auf einen frivolen Ausflug. Dabei treiben sie im Freien und zum Abschluss in der Bude von Klaus.

Das Bild ist aufgrund des Alters etwas verwaschen und unscharf, was aber eher das Alter und den Charme dieser Produktion unterstreicht, denn schadet. Und seien wir mal ehrlich, es hat sich damals wohl niemand Gedanken über eine vernünftige Archivierung gemacht oder jemals daran gedacht, dass diese Filme noch mal eine Renaissance auf DVD erfahren, oder?
Man hat sich jedenfalls seitens Herzog Video bemüht, das Optimum rauszuholen. Der Ton ist okay und die Synchronisation hält einige unglaubliche Brüller parat.

Allerdings lässt diese Produktion noch einige Fragen offen. So fragt man sich angesichts der bruchstückhaften Story, ob es hiervon auch mal eine längere Softcore-Fassung gab. Denn gerade der Mix aus „Report“-artigem Hamburger Lokalkolorit, längeren Spielszenen zum Ende hin, sowie der in Rückblenden eingebundenen Sex-Szenen lässt dies vermuten. Die Sex-Szenen sind übrigens gar schlecht, wenn auch manchmal etwas anders in Szene gesetzt, als es man es ansonsten von älteren deutschen Produktionen kennt.
Auch der Charakter des Klaus Fuhrmann wirkt nicht immer sympathisch, wenn er relativ grundlos seine Geliebte, wie Freunde schamlos bestiehlt. Eher menschlich, aber gar nicht Genregerecht erscheint da hingegen sein Versagen an einigen Stellen. Darsteller Herbert Warnke war neben dieser Produktion lediglich noch in zwei weiteren Genre-Produktionen u.a. „Der Sex-Baron von St. Pauli“ zu sehen.

Von den Darstellerinnen ist mir allerdings lediglich Margit Rauthe (aka Margitta Rauen, Margarita Rauen) bekannt, die auch im besagten „Sex-Baron“ mitspielen soll. Definitiv ist sie aber unter anderem in den in den Pornofilm-Produktionen „Heiße Schnecken“ und „Die Mädchen des Herrn S.“ zu sehen.

Etwas mysteriös wird es allerdings beim Regisseur: Der Vorspann nennt gleich zwei, nämlich Joachim Gerhard und Holger H. Müller, während andere Quellen Wolfgang Jarschke nennen. Tja, am wahrscheinlichsten scheint aber der Name Holger H. Müller zu sein, hinter dessen Pseudonym sich Jürgen Enz verbirgt.
Jürgen Enz (aka Kenneth Howard, William Howard, Jörg Michael) war von 1970 bis 1990 als Regisseur, Autor und Cutter recht aktiv. So gehen auf sein Konto auch „Der Sex-Baron von St. Pauli“ und viele Schulmädchen- und Bayern-Sex Produktionen wie „Das liebestolle Internat“, „Sex mit 16“ oder „Drei Dirndl in Paris“, von denen es auch jeweils Soft- und Hardcore-Versionen gegeben hat. Noch bekannter dürften von ihm die Produktionen „Kohlpiesels Töchter“ und „Tagebuch einer Siebzehnjährigen“ („Heiße Schnecken“) sein.

Man darf damit gespannt sein, was Herzog Video demnächst noch aus dem reichhaltigen Fundus deutscher Sex- und Pornoklassiker wieder ans Tageslicht hervorzaubern und damit zu neuen Ehren auf DVD verhelfen.
Die Süssen mit den kleinen Muschis“ ist jedenfalls ein Teil der deutschen, erotischen Filmgeschichte, den man nicht nur aus historischen Gründen gesehen haben sollte. Denn Spaß und Vergnügen sind für Fans von Porno-Klassikern auch drin!


Die Süssen mit den kleinen Muschis

Originaltitel / Alternativtitel: Immer wieder, Caresses brûlantes 
Genre: Erotikfilm, Porno Spielfilm, Pornofilm Klassiker 
Land / Jahr: Deutschland 1980
Laufzeit: ca. 72 Min.
Studio / Vertrieb: Herzog Video
Regie: Joachim Gerhard und Holger H. Müller
Erotik Darsteller: Norbert C. Nielsen, Kim Alpha, Nina Berg, Britt Palmer, Gabi Müller, u.a.
Format (Bild + Ton): DVD (PAL) 4:3, Deutsch, Codefree
DVD Extras: Trailer

Die Süssen mit den kleinen Muschis (Herzog Video) 1

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