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The Pool (2018)

Mit „The Pool“ liegt uns seit langem endlich auch mal wieder ein richtiger Spielfilm zur Rezension vor, der nichts, aber auch rein gar nichts mit dem Erotik-Genre zu tun hat. Allerdings lässt sich auch nicht verschweigen, dass Hauptdarstellerin Ratnamon Ratchiratham recht hübsch ist. Aber davon mal ganz abgesehen lässt schon ihr Name vermuten, dass es sich bei „The Pool“ um einen asiatischen Film handelt. Genauer gesagt, um eine thailändische Film-Produktion, die in vielerlei Hinsicht gelungen zu überraschen weiß!

Narok 6 metre: Wie gefährlich ein 6 Meter tiefer Pool werden kann!

The Pool 2018 Film Cover Blu-RayDay (Theeradej Wongpuapan) arbeitet für eine Filmcrew, die in einem stillgelegten Freibad einen Werbespot dreht. Nach Ende der Dreharbeiten will Day noch ein wenig relaxen und schläft auf einer Luftmatratze im Pool ein.

Als er wieder wach wird, ist das Wasser bereits zur Hälfte abgelaufen. Der Beckenrand ist für ihn unerreichbar und um ihn herum steigen nur die 6 Meter hohen gefliesten, spiegelglatten Wände auf. Die Crew ist unlängst nach Hause gefahren und außer Day ist nur sein Hund Lucky anwesend. Durch einen Unfall landet später auch noch Days Freundin Koy (Ratnamon Ratchiratham) im Pool.

Als wäre das für den Anfang noch nicht genug der unglücklichen Umstände, taucht auch noch ein Krokodil auf. Days Kampf ums Überleben nimmt im weiteren Verlauf und Pool nicht nur eine gnadenlose Wendung.

The Pool: Spannend, auch wenn man ahnt, dass ein Krokodil kommt!

Als ich zuvor jedoch den Trailer sah, habe ich mich angesichts der gezeigten Ausschnitte zunächst schon ein wenig geärgert. Ich fragte mich, was diesen Film noch unterhaltsam machen soll, wenn man schon fast alle bedeutenden Ereignisse gesehen hat? Und auch das Krokodil ist ja schön auf dem Cover der Blu-ray und DVD präsent. Aber falsch gedacht, denn auch wenn man meint, man wüsste jetzt „fast alles“, was einen als Zuschauer in „The Pool“ erwartet, hat man sich mehr als einmal getäuscht!

The Pool 2018 Film FotoGottseidank, kann ich im Nachhinein nur sagen und bin froh, dass ich mir „The Pool“ dennoch angesehen habe! Denn obwohl Regisseur Ping Lumpraploeng im Rahmen des dramaturgischen Aufbau von „The Pool“ stets fleißig und reichlich Hinweise verstreut, was seinen Hauptdarstellern alles noch widerfahren wird und/oder sie vielleicht auch retten könnte, bleibt der Spannungsbogen für den Zuschauer nahezu konstant hoch. Respekt, denn das gelingt, unabhängig vom Budget, heutzutage nicht vielen Regisseuren.

Das liegt nicht zuletzt auch an den clever konstruierten Ereignissen und Zusammenhängen. So informiert zum Beispiel eine weggeworfene Zeitung über einen entlaufenen Alligator, der sich natürlich später im Becken wiederfindet. In der scheinbar schier ausweglosen Lage von Day liegen wichtige Utensilien zwar unmittelbar am Beckenrand, sind aber aufgrund der Distanz von 6 Metern Höhe unerreichbar:
Sei es nun das Handy, eine Pizza, die Insulinspritze (zu allem Pech ist Day nämlich auch noch Diabetiker) oder der angeleinte Bobtail Lucky, der mit seiner tollpatschigen Art für mehr als einen unglücklichen Zwischenfall sorgt.

The Pool 2018 Film FotoHinzu kommt noch einiges mehr, aber allein durch den Umstand, das viele Ereignisse gleichzeitig passieren und Day gerade in der ersten Hälfte unentwegt lebenswichtige Entscheidungen im Minutentakt treffen muss, gerät das Nachdenken, ob das ganze Setting überhaupt noch logisch erscheint, zunehmend in den Hintergrund. Angesichts der sieben Tag im Pool, werden Essen und Trinken eh‘ überwertet. Aber es ist ja halt auch nur ein Film, und der will unterhalten, was ungeachtet dessen auch gelingt.

Ping Lumpraploeng setzt nämlich mit sicherer Hand und zu 110 Prozent auf Tempo. Gerade, wenn man denkt, dass die Situation nicht noch schlimmer werden kann, toppt er es mit kleinen und äußerst effektvollen Spitzen, die bis zum Ende in einer maßlosen Überzeichnung der Ereignisse gipfeln.
Angefangen bei einem blutigen Fingernagel (und zugleich der einzigen wirklich blutigen Szene) bis hin zu der Tatsache, dass das Krokodil ein Weibchen ist, zu allem Unglück auch noch Eier legt, und Day im Kampf mit dem Krokodil zum Martial-Arts-Recken avanciert.