Jean Pallett: Goodbye Malle, Welcum Mexico!

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Jean Pallett ist mittlerweile schon seit vielen Jahren ein guter Bekannter unseres Magazins und uns lange verbunden. Das zeigt sich nicht nur in den Interviews, die wir bis jetzt und über die Jahre geführt haben, sondern auch in den Gesprächen und Besuchen zwischendurch. Nachdem bereits der geplante Besuch in Mallorca letztes Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer fiel, sieht es dieses Jahr zumindest derzeit noch nicht besser aus …

Jean Pallett: Goodbye Malle, Welcum Mexico! 1Und so fiel leider auch die aktuelle Einladung nach Mexiko, wo Jean Pallett mittlerweile eine neue Heimat gefunden hat, abermals dem Virus zum Opfer. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und so werden wir die Einladung sobald möglich gerne nachholen.
Da es bis dahin sicher noch eine Weile dauern wird und es so vieles Neues aus dem sonnigen Domizil zu verkünden gibt, haben wir das Interview kurzerhand per Skype geführt.

Daraus wurde dann alles andere als eine kurze Plauderei und hätte vom Umfang durchaus Potenzial für ein weiteres Buch des Dienstältesten deutschen Pornodarstellers.
Aber wir wollen dem Inhalt des exklusiven Interviews ja nicht vorgreifen und präsentieren Euch hier nun die wichtigsten Aussagen. Viel Vergnügen!

Jean Pallett: Der deutsche Pornodarsteller mit TV-Format

Hallo Jean! Immer wieder eine Freude Dich zu sehen und mit Dir zu plaudern. Unser letztes offizielles Interview ist ja nun schon eine Weile her. Damals warst Du ja gerade auf Mallorca angekommen und ich stelle mir gerade die Frage, ob oder warum Du eigentlich nicht direkt bei „Goodbye, Deutschland“ mitgemacht hast?

Jean Pallet: Nun, was soll ich sagen. Vox hatte damals angefragt und mir ein Angebot gemacht. Aber mir war die Gage von 350 Euro für 10 Drehtage, plus Provision je nach Einschaltquoten, zu wenig für den Aufwand. Ich kenne aber durch die Zeit auf Mallorca viele der Auswanderer, wie zum Beispiel die Bodybuilder, die bei „Goodbye Deutschland“ mitgemacht haben.

Das hätte Deinen allgemeinen Bekanntheitsgrad sicherlich nochmal gesteigert. Aber davon abgesehen, bist Du ja auch abseits des „Porno“-Films schon mehr als einmal im Mainstream-TV zu sehen gewesen. Da wäre schon mal als erstes „Mitten im Leben“ zu nennen. Ist zwar schon eine Weile her, aber da war ja Eure Hochzeit zu sehen…

Jean PallettJean Pallet: Ja, und von der Show mal abgesehen, ist das Schönste daran, dass wir immer noch verheiratet und glücklich sind. Auch, wenn es schon eine Weile her ist. Genauer gesagt, sind es jetzt 10 Jahre her. Was sollte einem aber auch Besseres passieren, als wenn einem jemand seine Traumhochzeit bezahlt? Aber davon ab, war „Mitten im Leben“ schon eine interessante Erfahrung.

Wie dem auch sei, Du scheinst ja eine gute Verbindung zur RTL-Sendergruppe zu haben. Demnächst wirst Du ja auch bei RTL II zu sehen sein. Du hattest diesbezüglich ja schon vor einiger Zeit einige Andeutungen gemacht. Nun hat sich ja die Ausstrahlung doch ein wenig verzögert, woran auch Corona nicht ganz unschuldig scheint. Worum geht es in dem TV-Format „Mallorca Privat“ genau und weißt Du mittlerweile, wann es zu sehen sein wird? Oder kannst bzw. darfst Du dazu noch nichts sagen?

Jean Pallett: Die Realisatoren haben uns fest versichert, dass es sich bei diesem Format nicht um den üblichen Verriss handeln soll. Wir werden es sehen und im Anschluss wissen, wie viel ihr Wort wert war. Zum „Obst“ macht man sich bei solchen Formaten ja irgendwie automatisch. Ich lache aber gerne auch mal über mich selbst.

Nun, da fehlt ja eigentlich fast nur eine Teilnahme im Dschungelcamp, oder? Ohne jetzt despektierlich sein zu wollen, aber mal im Ernst. Würde Dich eine Teilnahme überhaupt reizen und würdest Du Dich geschmeichelt fühlen, wenn man Dich fragen würde?

Jean Pallett: Goodbye Malle, Welcum Mexico! 2Jean Pallett: Ja, um ehrlich zu sein, würde mich das schon reizen und wäre eine echte Herausforderung. Aber leider ist man noch nicht auf mich als möglichen Teilnehmer gekommen. Aber kann ja noch kommen, wer weiß das schon und das wäre wirklich mal was anderes und Neues für mich!

Da wäre ich auf jeden Fall gespannt und wäre mal wieder ein Grund, das Dschungelcamp zu gucken. Du wärst immerhin jemand, den man kennen würde. Und das nicht nur, weil Du ein vermeintlich wichtiger Influencer bist, mit XYZ eine Affäre hattest oder beim Bachelor bzw. in Deinem Fall der Bachelorette mitgemacht hättest. Immerhin hast Du bis dato in über 3.000 Filmen als Erotik-Darsteller mitgespielt. Das schaffen nicht gerade viele Darsteller und selbst Schauspieler und Realitystars sind von dieser Zahl wohl Lichtjahre entfernt.

Jean Pallett: Also, als so viel empfinde ich 3.000 Filme nicht. Du musst bedenken, dass hier ja ein Drehtag vom Material her manchmal für bis zu 3 Filmen reicht. Je nach Format und ob sogenannte anschlussfreie Szenen gedreht werden. Wenn man das auf 27 Jahre rechnet, relativiert sich diese Zahl.

Jean Pallett über „Pornomacher“, Gangbangs & John Thompson

So gesehen hast Du rechnerisch recht. Aber kommen wir nun mal wieder zu wirklich ernsthaften TV-Formaten und da spreche ich nicht von Reality-TV und Trash-Formaten, sondern von Netflix. Dort wird demnächst die Serie „Die Pornomacher“ zu sehen sein, die einen besonderen und authentischen Einblick in die „Stars“ und deutsche Szene des Pornofilms verspricht. In einer Folge wirst auch Du zu sehen sein. Was kannst Du uns darüber erzählen und wie kam es dazu?

Jean Pallett: John Thompson rief mich eines Tages an und reichte mich an Sahin weiter. Dieser erläuterte mir das Projekt und ich war sofort begeistert. Was diese Doku anders macht als jede andere, wirst du dich fragen … Alleine die Interviews haben mitunter 3 bis 4 Stunden gedauert und Sahin wiederholte jede Frage, bis er das im Kasten hatte, was er brauchte.
Hier werden die Akteure, zu denen auch Stars wie Lena Nitro gehören, so in Szene gesetzt, dass das Ganze fast schon Hollywood ähnliche Züge bekommt. Vergiss‘ einfach alles, was du vorher an Dokus über diese Industrie gesehen hast. „Die Pornomacher“ wird alles in den Schatten stellen!

Jean Pallett: Goodbye Malle, Welcum Mexico! 3

Das klingt ja äußerst vielversprechend und interessant. Ich bin sehr gespannt und eine noch größere Bühne und Chance, sich einem breiten Publikum und quasi über den Tellerrand heraus vorzustellen als bei einem der größten Streaming-Anbieter überhaupt, erhalten ja nur die allerwenigsten Personen aus der Erotik-Branche. Gratuliere jetzt schon mal und wünsche viel Erfolg! Aber kommen wir in diesem Zusammenhang auch mal kurz auf die deutsche Erotikbranche zu sprechen. Drehst Du eigentlich mittlerweile noch häufig hier oder hat sich Deine Arbeit doch mehr in internationale Gefilde verlagert?

Jean Pallett: Da wir ja Europa verlassen haben, um unsere Geschäfte in Lateinamerika, genauer gesagt in Mexiko weiter zu führen, werden Produktionen auf dem deutschsprachigen Sektor oder Produktionen für deutsche Auftraggeber wohl selten bis rar werden. Unsere momentane Kundschaft kommt aus Spanien, England, Mexiko und den USA. Dennoch pflege ich einen freundschaftlichen Kontakt zu dem ein oder anderen Produzenten und auch zu verschiedenen Darstellern. Von Zeit zu Zeit holen wir sogar Darsteller wie Darstellerinnen aus Deutschland, um die wenigen Aufträge, bei denen noch deutscher Ton gefragt ist, zu bedienen.

Okay, auf Mexiko kommen wir später noch ausführlich zu sprechen. Lass‘ uns noch kurz beim Thema Deutschland bleiben, und sofern Du noch aus der Ferne dazu was sagen kannst. Fangen wir doch bei John Thompson an. Wenn ich mich recht erinnere, habt Ihr beide in all den Jahren niemals zusammengearbeitet, oder?

Jean Pallett: Als Darsteller war ich nicht bei GGG. Gangbang Produktionen sind nicht ganz meine Welt. Habe einige mitgemacht, allerdings gefällt mir das Verhältnis Mann – Frau nicht besonders. Ich bin halt eine „Hete“ und bevorzuge eher 20 Frauen um mich herum und nicht 20 weitere Männer. Was nicht heißen soll das Teilnehmer bei Gangbang-Produktionen nicht auch hetero sind.
MIR persönlich sind halt zu viele männliche Geschlechtsteile um mich herum und das verwirrt mein Verlangen, in Kürze Geschlechtsverkehr mit einer Frau zu haben. Ich fühl mich da persönlich nicht wohl. Produktionstechnisch stehen aber gerade und überraschenderweise Gespräche an, aber da verrate ich jetzt noch nicht zu viel.

Jean Pallett: Goodbye Malle, Welcum Mexico! 4Jean Pallett über Mallorca, Stars & Neid

Du hast gerade Stars, wie zum Beispiel Lena Nitro angesprochen. Wenn man es mal aus dem Ausland und international betrachtet, sind doch „Stars“ und gerade aus Deutschland eher rar geworden. Das betrifft jedoch nicht nur Deutschland, sondern auch viele andere Länder von Italien bis USA.
Es gibt so viele Sternchen und durch das Internet kann doch heutzutage jeder mit einer großen Social Media Fanbase zum Star werden. Als Akteur ist man dem entsprechend nicht mehr länger ausschließlich auf Studios und Exklusiv-Verträge angewiesen. Wie siehst und bewertest Du das?

Jean Pallett: Da gebe ich dir vollkommen recht. Die Stars kommen heutzutage aus dem Internet. Außer ein paar übriggebliebenen Trash Formaten wie DSDS, Dschungel Camp, Bachelor, etc., ist nicht mehr viel an Optionen übriggeblieben, um im deutschen Fernsehen zu Fame zu kommen. You Tuber, Tik Tok, Facebook und Instagram sind heute verantwortlich für den Promi-Nachwuchs. Ob das jetzt positiv oder negativ ist, überlasse ich der Meinung anderer.

Durch die massiv gesunkene Zahl an Hardcore-Produktionen in Deutschland ist ja auch offensichtlich der Druck gewachsen, damit erfolgreich über die Runden zu kommen. Aus der früher so oft beschworenen tollen Gemeinschaft und großen Familie scheint ja zunehmend ein vereinzeltes Gremium zu werden, indem ein jeder auf den Erfolg des anderen neidisch wird?

Jean Pallett: Gut, Neid war schon immer die höchste Form der Anerkennung. Aber in Deutschland ist das Fass halt übergelaufen, was meine Person angeht. In Berlin hat sich ein sogenanntes GREMIUM gebildet, was wohl einen früher mal geschätzten Kollegen zu seinem Präsidenten gewählt hat.
Ich saß auf Mallorca und scherte mich da eher um die Möglichkeiten, die ich vor Ort hatte. Auch während Corona und des Lockdowns schaffte ich es, meine Kundschaft zufrieden zu stellen und verweigerte mich dem in Deutschland ausgerufenen Drehstopp.
Ich kann meiner Familie schwer erklären, dass es nix mehr zu essen gibt, weil eine Pandemie ausgebrochen ist. Meine Auftraggeber wussten das zu schätzen und 2020 wurde laut Steuererklärung mein erfolgreichstes Jahr als Produzent.

Damit können wir ja direkt noch eine kurze Rückschau auf Mallorca halten und den Bogen später weiter nach Mexiko spannen. Aber der Reihe nach… Mit der Auswanderung nach Mallorca hast Du dich ja auch verstärkt der Produzenten-Tätigkeiten gewidmet und dem entsprechend auch mit Deiner Frau die DuoMoor Company gegründet.
Wie einfach oder schwierig ist bzw. war es auf Mallorca Pornos zu drehen, wenn Du es mit Deutschland und international vergleichst? Ich meine, generell in Spanien zu drehen, sollte ja angesichts der spanischen Porno-Szene kein Problem sein, aber auf einer Insel gelten ja manchmal eigene Gesetze, sieht man mal davon ab, dass das Wetter durchaus besser ist.

Jean Pallett: Goodbye Malle, Welcum Mexico! 5Jean Pallett: Sicher waren einige Produktion sehr risikoreich, aber das gehört im Leben manchmal dazu. Aber wir hatten auch extrem viele Locations zum Schluss, wie zum Beispiel das Olimar Hotel nähe Porto Cristo. Ein Swinger-Hotel unter sehr sympathischer Führung. Hier wurden einige Szenen meiner PRIVATE Film Produktion abgedreht. Das meist schöne Wetter spielte mir sicherlich meine ersten internationalen Aufträge zu.

Der Erfolg und die Entscheidung, nach Mallorca zu gehen, erwies sich ja zumindest in beruflicher Hinsicht als goldrichtig. Sieht man mal von den üblichen Problemen auf Mallorca mit „deutschen“ Mitmenschen und dem Wohnungsmarkt im Allgemeinen ab. Davon kannst Du ja sicher weitere und wahre Bücher-Bände füllen. Aber das Ende nahte ja mit dem Ausbruch von Corona in Europa und Mallorca traf der Lockdown ja mit voller Wucht. Wie siehst Du die Zeit auf Mallorca im Rückblick und wärst Du auf der Insel geblieben, wenn sich die Lage durch Corona nicht so verhängnisvoll entwickelt hätte, wie es bis heute ist?

Jean Pallett: Ich glaube fest an Schicksal und Karma. Es war also kein Zufall, dass mich ein Auftrag aus Spanien im Februar 2020 nach Puerto Vallarta, Mexico geführt hat. Ich lernte 2 Wochen Land bzw. Region und Leute kennen. Als ich zurück auf die Insel kam, wartete Corona und ein Lockdown auf mich. Ich bin es, wie viele, nicht gewohnt, eingesperrt und reglementiert zu werden.
Schon als Kind ging ich nach links, wenn alle anderen nach rechts gingen. Übersetzt heißt das, desto mehr STAY HOME ich las, desto mehr war ich auf Tour. Das Thema forderte meine rebellische Art einfach zu sehr heraus. Ich glaube an die Pandemie und an ein existierendes Virus, die Gefährlichkeit dessen stelle ich von Zeit zu Zeit infrage und denke, dass es besser gewesen wäre, betroffene Menschengruppen aufzufordern, zu Hause zu bleiben, statt ganze Länder wegzusperren und damit wirtschaftlich in den Ruin zu treiben. Aber das ist mein subjektives Empfinden für die Situation. Ich lasse jeder Person das Recht, alles ganz anders zu sehen, als ich es sehe.

Jean Pallett: HIV-Tests, von Corona nach Mexiko, Urlaub in den USA

Dem Aufenthalt auf Mallorca folgte ja während des Lockdowns ein recht abenteuerlicher Exkurs nach Istanbul. Aber über den hüllen wir an dieser Stelle mal aus den unterschiedlichsten Gründen den Mantel des Schweigens und kommen zu einem anderen, alles andere als unwichtigem Thema im Zusammenhang mit Viren. Die Porno-Branche ist ja in Sachen Tests erfahren, wie Leid geprüft.
Schicken wir mal einvernehmlich vorweg, dass die Tests im Porno-Bereich richtig und wichtig sind und demzufolge in all den Jahren relativ (vor allem im Verhältnis) wenig passiert ist. So sind ja auch, wenn ich mich jetzt nicht irre, die meisten bekannt gewordenen Infektionen im privaten Bereich erfolgt. Hätte man diesbezüglich in Sachen Corona und im Umgang mit Tests von der Porno-Branche etwas lernen können?

DuoMoorCompany Bild 3 Jean PallettJean Pallett: Ich denke, in Sachen Corona ist so ziemlich alles schief gelaufen, was nur hätte schief laufen können. Geschlossene Friseure, aber Arsch an Arsch in der U-Bahn. Restaurants mit reduzierter Tischzahl und Plexiglas bei der Bestellung, dann einfach die Gastronomie (nach enormen Kosten durch Auflagen) wieder zu schließen. Ich könnte noch 3 Zeilen mit Beispielen füllen, schenke mir dies aber.
Zum Thema Tests, was unsere Industrie angeht … Die Gesundheitszeugnisse, die über 20 Jahre extrem gut funktioniert hatten, wurden 2019 nach einem HIV Positiv Fall eines ungarischen Darstellers plötzlich infrage gestellt. Was also Jahrzehnte lang erfolgreich war, wurde nun wegen eines einzigen Falls in Europa plötzlich in Frage gestellt.
Der ELISA-Test, welcher auf HIV 1 und HIV 2 anschlägt bzw. auf Antikörper sollte plötzlich ins AUS gestellt werden. Hier rückte jetzt der sehr viel kostspieligere PCR-Test nach vorne. Der reduzierte zwar die Inkubationszeit, reagierte aber nur auf HIV 1. HIV 2 wurde plötzlich runtergespielt, da er überwiegend in Westafrika vorkommt. Offensichtlich gibt es keinen Flugverkehr mehr von Westafrika nach Deutschland. Auch hier geriet ich wieder in die Schusslinie einiger „Kollegen“.
An meinem Set wird nach wie vor HIV 1 und HIV 2 berücksichtigt. Wer zudem noch einen PCR-Test macht, der befindet sich natürlich auf einer extrem sicheren Route. Selbstverständlich werden auch Werte wie Hepatitis, Gonorrhoe und Chlamydien getestet.

Nun denn mehr geht ja wohl auch kaum. Im Zusammenhang mit dem Lockdown und den wirtschaftlichen wie gesellschaftlichen Einschränkungen hast Du dich mit einem Dreh in Mexiko ja auf ein weiteres Abenteuer eingelassen.
Wie kam es dazu, dass Du in Mexiko gedreht hast und die letzten Exkursionen deutscher Darsteller in Südamerika, man denke nur an den legendären Fall von JJ in Panama, verliefen ja alles andere als problemlos.

Jean Pallett: Ich hatte bei einer Produktion die Darstellerin Cereza Rodriguez am Set auf Mallorca gehabt. Diese machte mir Mexiko schmackhaft. Nach einem Rechtslage-Check über einen Anwalt entschlossen meine spanischen Kunden, mich nach Puerto Vallarta zu schicken. Ich drehte hier mit dem deutschen XXX Star Bodo und einer Reihe mexikanischer XXX Girls, wie halt Cereza oder auch Yamilieth Rodriguez.
Alles verlief ausgezeichnet und ALLEN Warnungen zum Trotz stellte ich fest, das NETFLIX Serien wie NARCOS MEXICO oder EL CHAPO nun wirklich kein realistisches Bild von diesem Land vermitteln. Die Mexikaner sind mit das freundlichste Volk, das ich bisher erleben durfte. Sicher ein wenig zu gechillt, wenn es um Termine geht, doch daran muss man sich als geborener Deutscher hier gewöhnen. Sagt der Mexikaner, er kommt Montag, so sagt er nie dabei, welchen Monat er im Blick hat.
Puerto Vallarta gilt im Übrigen als „la ciudad más amigable del mundo“ (die freundlichste Stadt der Welt). Das kann ich nach 7-8 Monaten hier zumindest für meine Wenigkeit bestätigen. Du wirst hier am Tag wie in der Nacht von fast jedem, der an dir vorbei geht, gegrüßt. Probier‘ das mal in Deutschland.

Nee, das mit dem Grüßen von Fremden lasse ich in Deutschland lieber. Das kommt meistens oder sagen wir in den seltensten Fällen an. Egal, wie freundlich oder höflich es gemeint ist. Aber hier geht es ja nicht um deutsche Gesellschaftsformen und mit Puerto Vallarta hast Du ja einen nahezu paradiesischen Ort gefunden, wenn man den Beschreibungen im Netz Glauben schenken darf. Deinen natürlich auch und hört sich doch super an und freut mich, wenn die vor allem auch für Euch als Familie insgesamt die Richtige gewesen ist. Der größte Vorteil an der Sache dürfte ja auch sein, dass Ihr gut spanisch sprecht und Ihr Euch gut einlebt.
Wie sieht es denn in Mexiko mit der Porno-Branche aus? Wenn ich es Recht weiß, gibt es SexMex, wobei ich nicht einschätzen kann, wie groß oder klein die sind. Und wie sieht es ansonsten aus?

DuoMoorCompany Bild 2 Jean PallettJean Pallett: Für SexMex, die Nr.1 in Mexiko, produziere ich 2021 ebenfalls. Die Darsteller sind von Zeit zu Zeit etwas schwierig zusammen zu setzen. Ähnlich wie in L.A., gibt es hier Akteure, die besser nicht am Set aufeinandertreffen sollten. Hier ist Vorsicht geboten! Jetzt denkt der ein oder andere sofort wieder an NARCOS MEXICO und sieht mich bereits erschossen am Set liegen. Weit gefehlt, hier haben die Frauen oft Probleme miteinander und wer mal auf eine wütende Latina getroffen ist, der wird jetzt sicher hektisch anfangen zu nicken.
Männer gibt es, ähnlich wie in Deutschland, so gut wie keine brauchbaren. Die meisten kommen aus dem Amateur-Bereich und brechen bei Sex-Szenen, die 30 Minuten Arbeitszeit überschreiten, schnell mal weg. Daher habe ich mir den Luxus geleistet und lasse in Kürze wieder Bodo aus Deutschland einfliegen. Hier weiß ich, dass ich für mein Geld das bekomme, was ich erwarte.

Hast Du inzwischen schon selbst, was in Mexiko, sprich‘ vor Ort gedreht/produziert und gibt es hinsichtlich einer Porno-Produktion an sich Unterschiede zu anderen Ländern oder länderspezifische Probleme, wie zum Beispiel mit Behörden?

Jean Pallett: Wie schon erwähnt, geht es hier prinzipiell entspannter zu. Das fängt bei den Nachbarn an und da muss man manchmal Lärm ertragen, aber da regt sich auch der andere nicht auf, wenn man selbst mal am anderen Abend laut ist. Kein Vergleich zu den „Deutschen Nachbarn“ und selbst ernannten Hausmeistern, die ich noch zu Genüge aus Cala Millor kenne. Da gab es ja mehr als das ein oder andere aneinander rasseln, um es mal vorsichtig zu formulieren.
Aber um auf Porno-Produktionen in Mexiko zurückzukommen, solange du den freizügigen Teil in privaten Locations, mit der Zustimmung des Vermieters drehst, bekommst du mit den Behörden keine Probleme, da prinzipiell Pornografie hier erlaubt ist.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall weiterhin viel Glück in Mexiko und freue mich auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen. Aber mit dem Schritt nach Mexiko bist Du ja Deinem Traumziel USA auch mehr oder weniger einen Schritt nähergekommen. Wie ist diesbezüglich der Stand der Dinge? Steht demnächst mal ein Abstecher nach L.A. an?
Mit Steve Holmes und seit einigen Monaten auch Texas Patti, wärst Du ja in bester Gesellschaft, was erfolgreiche deutsche Porno-Darsteller in Amerika, sei es nun Nord- oder Südamerika, betrifft.

Jean Pallett 04Jean Pallett: Ja, ein Urlaub in Los Angeles mit dem Auto steht definitiv auf der Agenda. Ich habe auch schon einigen US-Companies meine letzte Produktion, die ich für Private gemacht habe, gezeigt und die waren alle begeistert. Ich bin da sehr zuversichtlich, dass da auch noch was möglich ist.
Texas Patti, sollte sie wirklich dauerhaft in L.A. bleiben, würde ich dann gerne buchen. Ich habe diesbezüglich leider nie was mitbekommen. Ich weiß allerdings, dass sie schon ein paar Mal in den USA gedreht hat. Mit Steve Holmes habe ich vor 2 Tagen noch aus logistischen Gründen kommuniziert.
Was meinen Wohnsitz angeht, denke ich, dass ich Kosten- und Klima-technisch in Puerto Vallarta besser aufgestellt bin.

Mega-Aktiv: Lizenzen, YouTube, Shirts, Bücher, King Orgasmus One!

Würde ich Dir auf jeden Fall wünschen, dass sich was in den USA ergibt. Nicht weniger bin ich natürlich auf die Zusammenarbeit mit John Thompson gespannt. Aber noch überraschender finde ich die Tatsache, dass Du derzeit neben Deiner Tätigkeit als Darsteller und Produzent auch im Lizenz-Geschäft aktiv bist. Wie kam es dazu, denn gerade der Lizenzhandel mit Pornos war doch über lange Zeit nahezu Tod?

Jean Pallett: Goodbye Malle, Welcum Mexico! 6Jean Pallett: Was die Lizenz-Geschichte betrifft, hast Du Recht. Aber seitdem kaum noch jemand in den letzten Monaten aufgrund von Covid-19 und den entsprechenden Corona-Verordnungen dreht, geschweige denn überhaupt drehen kann und darf, ist die Nachfrage generell nach Content in die Höhe geschnellt.
Ich will mich da jetzt nicht selbst loben, aber ich glaube, ich habe das schon vor Monaten richtig eingeschätzt und dem entsprechend gehandelt und vorgesorgt. Solange täglich neue Tube-Seiten gebaut werden, wird der Lizenzhandel erfolgreich sein. Keiner verfügt über ausreichend abwechslungsreichen Hardcore-Content, mit dem er mal eben eine komplette Seite füllen kann.

Ich denke, wir könnten noch stundenlang weiterquatschen, aber das wäre dann ja schon fast ein alleiniges und weiteres Buch wert. Apropos Buch … mit „Legenden sterben nie“ hast Du ja ein echt unterhaltsames wie informatives Debüt als Autor hingelegt.
Und wie ich gehört habe, steht mit „Für das Leben meiner Frau“ ja schon der Nachfolger in den Startlöchern. Was kannst/willst/darfst, Du darüber schon erzählen?

Jean Pallett: Corona bedingt verzögert sich der Release und es sollte eigentlich schon Ende 2020 erscheinen. Aber es ist nun mal, wie es ist und da heißt es geduldig sein und warten. Insgesamt kann ich aber schon mal sagen, dass es sprachlich etwas mehr Mainstream ist. Ich will dieses Mal auch die Frauen als Leser gewinnen. Es sollte auf jeden Fall wieder sehr unterhaltsam werden und wer mein Erstlingswerk mochte, wird sicherlich auch im zweiten Band auf seine Kosten kommen.
Zumindest kann ich an dieser Stelle schon mal den Titel verraten, der da lautet „Für das Leben meiner Frau“. Ob es auch wieder ein Hörbuch und mit Martin Semmelrogge als Sprecher geben wird, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht sagen, aber würde es natürlich gerne wieder realisieren, wenn es möglich ist. … Und ich kann schon mal sagen, dass ich derzeit am 3. Band arbeite. Da schreibe ich gerade am 8. von geplanten 30. Kapiteln mit der Überschrift „Rosenhochzeit.
Nun vielleicht sollten wir anstelle eines Buches demnächst mal einen Podcast starten, das spart dann die Niederschrift des Interviews. Lach.

Jean Pallett: Goodbye Malle, Welcum Mexico! 7Ja, da könnte man fast drüber nachdenken, aber damit wären wir ja schon fast beim nächsten Thema. Weniger Podcast als vielmehr YouTube, wo Du ja in den nächsten Tagen mit einem eigenen Channel startest. Was wird man dort von Dir sehen/hören können?

Jean Pallett: Der YouTube Channel wird unter dem Namen „Dirk Moor – Die Legende lebt“ zu finden sein. Hier wird es weniger Themen aus dem Bereich der Erwachsenen-Unterhaltung geben, dafür mehr Reisen, Information, Buchlesungen und Family Stories. Hier und da wird sicher mal was aus meinem Leben als Produzent und Darsteller als Thema zu finden sein, aber ich will jetzt auch nicht zu viel spoilern.

Wo wir gerade beim Spoilern sind und als wäre der YouTube-Channel nicht schon alleine eine Erwähnung wert, startest Du demnächst ja auch einen Ausflug in den Merchandise-Bereich und legst mit „It’s a fucking job dot com“ eine eigene Mode-Kollektion aus Shirts, Tops und Slips auf.
Den ersten Bildern nach die ich sehen durfte, siehst das recht witzig und originell von den Motiven aus. Wie bist Du denn darauf gekommen und gibt es derzeit eigentlich irgendetwas, was Du nicht machst?

Jean Pallett: Manchmal kommt das eine zum anderen. Die Vorschläge und die erste Realisierung kamen von meinem guten Freund Axel Wahrmann aus Berlin. Der Spruch ist ja dem einen oder anderem Kino Liebhaber aus dem Film „Lethal Weapon 2“ mit Mel Gibson und Danny Glover bekannt. Hier hilft Mel Danny von einer Toilette, die mit Sprengstoff präpariert wurde. Bevor er die Aktion startet sagt er, „Es ist ein Scheiß Job, aber jemand muss ihn ja machen„.
Im O-Ton also „Its a fucking job, but somebody has to do it„. So entstand die Idee an sich schon vor vielen Jahren. Am 1. März geht das Ganze dann online und es kann direkt über itsafuckingjob.com bestellt werden.

King Orgasmus One präsentiert Putas in Love mit Yamileth Ramirez und Jean Pallett

Gratuliere und freue mich drauf. Bevor das Interview jetzt wirklich noch in Buchlänge übergeht, kommen wir mal zum Ende. Obwohl ich ja für uns beide hoffe, dass ein „Ende“ noch lange nicht in Sicht ist. Außerdem können wir ja in den nächsten Tagen noch Deine Frau Olga aka Alice Sweet bei uns als „Girl des Monats“ begrüßen. Aber da wollen wir ja nicht vorweggreifen und uns abschließend noch kurz auf die neueste FunDorado Produktion beziehen.
Mit „Putas in Love“ erscheint diese Woche ein neuer Clip unter der Überschrift King Orgasmus One präsentiert „Eine Menge Spaß in Mexiko!“. Wie seitens FunDorado zu hören war, bist Du mit Yamileth Ramirez bei einer Nummer auf dem Balkon zu sehen und es soll einen Dialog mit King Orgasmus One und Dir vorab geben. Was verbindet Dich mit ihm und kennst Du ihn als „alter Schlagerstar“ schon lange (Augenzwinkern)?

Jean Pallett: Orgi und ich sind bereits seit sehr vielen Jahren befreundet. Uns verbindet also mehr als eine berufliche Zusammenarbeit. Sicher höre ich von Zeit zu Zeit auch seine Musik und verstehe die Texte mit einem Augenzwinkern.
Das ist halt Atzen-Musik und seine Atzen sind in sehr großer Zahl auch meine Unterstützer und Fans, die ich immer gerne, sollte ich den Weg auf eines seiner Konzerte finden, treffe.

Ich danke Dir recht herzlich für Deine Zeit und das hoffentlich auch für Deine Fans wie unsere Leser, ausführliche Interview. Ansonsten sage ich mal, wir sehen uns! Sei es nun demnächst in Mexiko, Deutschland oder wo auch immer! Dir und Deiner Familie alles Gute und weiterhin viel Erfolg!
Jean Pallett mit Alice Sweet am Strand
Jean Pallett: Goodbye Malle, Welcum Mexico! 8

Tom
ist der Gründer, Herausgeber und Chefredakteur von German-Adult-News.com. Neben der Tätigkeit für GAN ist Tom auch noch als freier Texter und Redakteur für andere Blogs, Online-Shops und Magazine (On- und Offline) aktiv. Die Themen-Bandbreite reicht dabei von Entertainment & Medien bis hin zu E-Commerce. Geboren und wohnhaft im Herzen des Ruhrgebiets ist Tom seit vielen Jahren glücklich verheiratet und stolzer Vater.

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