Nach dem รผberraschenden Erfolg seines Debรผts The Immoral Mr. Teas machte sich Russ Meyer mit โEve and the Handymanโ umgehend an die Arbeit zu seinem nรคchsten Film.
Eve Meyer und ihr „Hausbesorger“
Doch zuvor gab es noch einige wichtige Verรคnderungen: Russ Meyer trennt sich nรคmlich von seinem Produzenten und Lehrer Peter DeCenzie und grรผndet zusammen mit seiner Frau Eve, die auch die Hauptrolle in diesem Film spielte, die Firma EVE Productions.
Unter anderem auch dadurch bedingt entstand dieses Werk mit einer echten Mini-Crew, bestehend aus sage und schreibe gerade mal vier Personen. Mit dabei waren neben Russ und Ehefrau Eve, die nahezu alle weiblichen Rollen รผbernahm, noch zwei alte Kriegskameraden. Zum einen Hauptdarsteller Anthony Ryan und zum anderen noch Ken Parker als Fotograf.
Meyer betonte in Interviews stets, dass der Dreh damals ein groรer Spaร gewesen sei und zugleich auch die beste Zeit seiner Ehe mit Eve. Doch sieht man sich โEve and the Handymanโ genauer an, trifft wohl er die Aussage von Meyer zu, die er Jahre spรคter machte, nรคmlich das es sich bei โEve and the Handymanโ keinesfalls um einen โNudieโ gehandelt habe und dies von Anfang an auch nicht beabsichtigt war. Denn ein โNudieโ ist er mit gerade mal zwei Nackt-Szenen nun wirklich nicht und angesichts des ausgereiften Drehbuches (im Vergleich zu โThe Immoral Mr. Teasโ) und der handwerklich sorgsam in Szene gesetzten Slapstick-Parts, scheint Meyer wohl von Anfang eine, wie er selber mal sagte, โverdammt gute Komรถdieโ im Sinn gehabt zu haben.
Doch worum geht es eigentlich in โEve in the Handymanโ? Kurz und knapp gesagt, erzรคhlt er eigentlich dieselbe Geschichte wie zuvor und in den darauf folgenden Werken. Es geht um einen Tag im Leben eines einsamen und von Frauen frustrierten Hausmeisters, der wรคhrend der Arbeit von lauter nackten, schรถnen und vollbusigen Frauen umgeben ist. Sein Voyeurismus wird dabei auf die Spitze getrieben, bis er auf die wunderschรถne Privat-Detektivin Eve trifft, die ihm endlich seine sexuellen Phantasien erfรผllt.
Meyer drehte โEve and the Handymanโ auf 16mm und mit der damals รผblichen Laufzeit von ca. 70 Minuten. So gut der Film auch angedacht und gemacht war, so langatmig wird er auch รผber die gesamte Laufzeit und so blieb ihm ein vergleichbarer Erfolg wie โMr. Teasโ versagt. โEve and the Handymanโ ist ein netter Film, aber leider auch nicht mehr und wurde erst Jahre spรคter in der Videoauswertung fรผr Meyer ein kommerzieller Erfolg.
Dennoch รผberzeugte auch hier Meyers handwerklich saubere Filmarbeit und ein Aspekt, der spรคter zum Dreh- und Angelpunkt im erotischen Film werden sollte. Auch wenn Russ Meyer dies vielleicht nicht als erster aufgegriffen hat, so geht es doch um einen einfachen, mehr oder minder integeren Charakter, dessen Ziele der Begierde stรคndig auรerhalb seiner Reichweite sind โ wie der Zuschauer รผbrigens auch!
PS: Wem der Name Russ Meyer bisher รผbrigens nichts sagte, und sich nun angesichts der ersten beiden Reviews fragt, was denn nun das besondere an seinen Werken ist, sollte sich noch ein wenig gedulden, bis wir mit den nรคchsten Reviews bei seinen โKultfilmenโ (und das sind sie nun wirklich!) ankommen.
Eve and the Handyman
Originaltitel / Alternativtitel: Eva und der Mann fรผr alles, รve et son homme ร tout faire
Genre: Erotikfilm, Sex Spielfilm, Sexfilm Klassiker
Land / Jahr: USA 1960
Laufzeit: ca. 65 Min.
Studio / Vertrieb: Eve Productions / WVG Medien
Regie: Russ Meyer
Erotik Darsteller: Eve Meyer, Anthony James Ryan, Frank Bolger, u.a.
Format (Bild + Ton): DVD, PAL 4:3, dt.
DVD Extras: -