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Beneath the Valley of the Ultra-Vixens

1979 machte sich Russ Meyer an die Arbeiten zu seinem letzten ‚echten‘ Film Beneath the Valley of the Ultra-Vixens. Auch diesmal arbeitet Meyer wieder gleichermaßen effizient, wie professionell was das Resultat betrifft.

Beneath the Valley of the Ultra-Vixens

Beneath the Valley of the Ultra-Vixens

„Im tiefen Tal der Superhexen“

Genre: Sex, Klassiker

Land / Jahr: D 2004 (USA 1979)
Laufzeit: ca. 90 Min.

Studio / Vertrieb: Russ Meyer
Regie: Russ Meyer

Darsteller: Kitten Natividad, Uschi Digard, Anne-Marie, Ken Kerr, June Mack, Pat Wright, Henry Rowland, Stuart Lancaster, u.a.

Format: DVD, PAL 4:3, DD 2.0 (dt.)

So kostet der Film gerade mal etwas mehr als $ 200.000 Meyer dreht einen Großteil der Szenen in seinem eigenen Haus, welches auch zu Beginn des Films zu sehen ist. Der Rest entsteht in der texanischen Wüste innerhalb von zwei Monaten.
Während der Dreharbeiten soll Uschi Digard übrigens darauf geachtet haben, dass während der Dreharbeiten die Schauspieler keine Unzucht miteinander trieben. Meyer selbst verzeiht sich aber selbst mehrfach am Tag mit Lebensgefährtin Kitten Natividad, die hier auch die Hauptrolle speilt in ein Hinterzimmer, um nach eigener Aussage „Spannungen abzubauen“.

Nachdem Meyer schon bei Up! in einem Szenenverhältnis von 20:1 (was unglaublich viel ist) drehte, sitzt er diesmal allein am Schnitt des fertigen Materials über 9 Monaten.
Auch am Drehbuch arbeitete er wieder mit, bedient sich diesmal aber der Hilfe von Roger Ebert. Gemeinsam nehmen sie sich das berühmte Theaterstück „Unsere kleine Stadt“ von Thornton Wilder vor, welches sie nach allen Regeln der Kunst verändern. Das Ergebnis ist eine Satire, die gnadenlos die Stärken und Schwächen der der fiktiven Kleinstadt Smallwotn offen legt. Meyers Rundumschlag erfasst dabei alles und jeden und er macht auch vor sich selbst nicht halt. Hier wird mit mehr als einem leichten Augenzwinkern im Highspeed-Tempo gegen Religion, Feminismus, Machotum,, Sexmoral, Untreue und Dummheit gewettert. Auch Martin Borman und das Horst Wessel Lied zu Beginn dürfen nicht fehlen.
Die Story ist wie schon bei Up! mehr Beiwerk und fasst die einzelnen Geschichten und Personen eher zusammen, als zu verbinden.

So fängt die Geschichte mit Martin Borman an, der sich in einem Sarg von Fräulein Roop bedienen lässt. Held Lamar arbeitet auf einem Schrottplatz und bildet sich per Fernkurs weiter, was seiner unersättlichen Ehefrau Lavonia weniger gefällt. Schließlich will sie Sex und das am liebsten den ganzen Tag. Zu allem Unglück steht Lamar dann auch noch auf Analsex, was ihr gar nicht passt.
Dies sieht auch die schwergewichte farbige Chefin von Lamar so, die zwar gerne die schwarzen Glocken für ihn klingen lässt, aber auch nicht darauf steht, wenn Lamar durch ihre Hintertür kommt. Des weiteren erfahren wir, dass Lavonia ihren Lamar betrügt und dabei nimmt was ihr in den Mund oder zwischen die Schenkel gerät. Vom College-Boy bis LKW-Fahrer ist die unglaubliche Lavonia äußert flexibel.
Doch will sie am liebsten Lamar haben und beschließt ihn mit Hilfe des Zahnarztes und Eheberaters auf den ‚richtigen‘ Weg zu bringen. Der ist jedoch eher an Lamar interessiert, während seine Sprechstundenhilfe sich an Lavonia ranmacht.
Alles alles nichst hilft, versucht es Lavaonia in der Verkleidung als Stripperin Lola Langusta mit einem ‚Socken-Test‘. Letzte Rettung naht dann in Form der überirdischen (was den Busen angeht) Eufaula Roop, die Lamar in der Wanne der Wonne ihre ganz eigene Form der frohen Botschaft voller Lust und Liebe vermittelt. Und oh ein Wunder, Lamar ist geheilt und die Ehe ist gerettet.
Zum Schluss gibt es noch einige Erklärungen von Meyer mit der Kamera auf der Schulter höchstpersönlich.

Dank der weit reichenden Selbstironie und der totalen Übertreibung gelingt es Meyer auch mit diesem Werk wieder an den Kinokassen einen kommerziellen Erfolg zu erzielen. Dies ist umso beachtlicher, da Anfang der 80er sich Pornos und Videos schon weit gehend verbreitet haben und die Konkurrenz groß ist.
Es liegt wohl einfach neben der sauberen, handwerklichen Arbeit Meyers an seinen Fantasien, Ideen und den unterschiedlichen (typisch menschlich-männlichen) Gefühlswelten gegenüber Frauen, die von Verehrung bis Verachtung reichen. Hinzu kommt einfach auch, das Meyer in der Hollywood Scheinwelt ein Unikat des unabhängigen Filmemachers und einzigartige Persönlichkeit geblieben ist.

Angesichts der Tatsache, dass dies Meyers letzter Film war und er viele seiner großartigen Ideen und viel versprechenden Projekte bis zum seinem Tod im September 2004 nicht mehr beenden konnte, ist die deutsche DVD-Veröffentlichung im wahrsten Sinne des Wortes ein Trauerspiel.
Im Gegensatz zu den vorherigen Veröffentlichungen, die nahezu alle eine gute Bildqualität bieten, hat man hier wohl ein älteres VHS-Master verwendet. Neben dem schlechten und ausgefaserten Bild, gibt es auch einen Fehler in der Szenenabfolge. Ab Minute 17:20 springt die Handlung zu einer anderen Szene und springt erst bei nach ca. 35 Minuten wieder in den korrekten Szenenablauf.
Nebenbei ist auch die deutsche Synchro mal wieder um einige Änderungen bereichert worden. So wird aus SuperSoul Uschi Digard im Film aus einer Österreicherin eine Schweizerin. Immerhin hat es geschafft auch den Azent anzupassen. Aber auch sonst gibt es neben schlichten Auslassungen von ganzen Sätzen, wie z.B. „I don’t need pussy, it’s anti-american“ weitere inhaltliche Änderungen zum original Dialog.
Hinzu kommt noch, dass die DVD auch noch um ca. 5 Minuten geschnitten ist, was die FSK16 Freigabe wohl erleichtert hat. Hier sei erneut auf die französische DVD hingewiesen, die uncut ist und neben dem französischen Ton auch den O-Ton bietet.

Wenn auch nicht der beste Meyer, so ist Beneath the Valley of the Ultra-Vixens dennoch ein klassischer Russ Meyer Streifen mit allen Ingredenzien, die einen solchen ausmachen und mit einem guten Unterhaltungsfaktor!