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History of Porn (6) – Vom Nudie zum Sexfilm

Einen kleinen aber notwendigen Exkurs, in Bezug auf die Geschichte des Pornofilms im Rahmen unserer History of Porn Artikel, stellt der Blick auf eine Entwicklung dar, die den Bereich der Sexualität in anderer Weise auf die Leinwand brachte.

Die Rede ist vom FKK Film, der sich zum sogenannten „Nudie“ und später zum Sexfilm wandelte. Parallel zum pornographischen Film, der eher hinter den Kulissen ablief, wurden hier die Tabus langsam entschärft und legalisiert, ja sogar salonfähig gemacht.

Die amerikanische Filmindustrie Hollywood ist seit jeher für die Produktion sogenannter „Exploitation Filme“ bekannt. In diesen Werken, vornehmlich in den Genres der Pseudo-Dokumentation, des Horror- oder Kriminalfilms anzutreffen, werden unter dem Vorwand der jeweils typischen Handlungsmuster Bilder der Gewalt, meist verbunden mit sexuellen Motiven auf der Leinwand präsentiert.
Dabei vermeidet es der Exploitation Film moralisch anzuecken, indem er seine Bilder vorgeblich kritisch verkauft, die gezeigte Gewalt oder Sexualität also negativ darstellt. Nach diesem Prinzip verkauft heutzutage übrigens immer noch eine Zeitung wie Bild eine Auflage von Millionenhöhe.

In den USA entwickelte sich diese Art des Kinos bereits in den dreißiger Jahren. Kleinere und unabhängige Hollywood Produzenten befriedigten den Markt mit Filmen, in denen vor Drogen, Prostitution, Ehebruch oder Geschlechtskrankheiten gewarnt wurde. In dem Film „Mom and Dad“ aus dem Jahre 1936 gab es schließlich sogar eine Geburt zu sehen. Wenn diese Streifen auch aus heutiger Sicht grotesk erscheinen mögen, so waren sie zu jener Zeit probates Mittel, in der Gesellschaft mit Tabu Themen umzugehen.
Der große Unterschied zwischen dem Porno- und dem Exploitation Film liegt also in der Ausrichtung: ersterem ist daran gelegen, eine Ausflucht aus den Normen der Gesellschaft zu bieten, wohingegen dem anderen an der Akzeptanz der Gesellschaft liegt (wobei freilich in beiden Fällen die kommerziellen Aspekte auch nicht außer Acht zu lassen sind). Beim Exploitation Film geht es also hauptsächlich darum, die niederen Triebe zu befriedigen, ohne sich davor fürchten zu müssen, das Gesicht zu verlieren.

Völlig unschuldig kommen in diesem Sinne die frühen FKK Streifen daher, in denen ganz unbeschwert nackte Menschen beim Strandbad oder Ballsport beobachtet werden. Anders als im pornographischen Film wird hier der menschliche Körper idealisiert, gleichzeitig aber den gierigen Blicken des Zuschauers ausgesetzt.
Zu den beliebtesten Plots dieses Genres gehören zum Beispiel Geschichten um Menschen, meist naiv dargestellt, die trotz anfänglicher Vorbehalte langsam in der Freikörperkultur aufgehen, oder um Eindringlinge, die nach ihrer Entdeckung in einen Prozess der Solidarisierung mit den Nudisten geraten.

Vordergründige Sexualität gibt es in diesen Filmen nicht, denn diese würde seinen Pseudo-Anspruch zerstören und ihn somit gesellschaftlich nicht mehr tolerabel machen. Dies bestätigt auch das Beispiel des Nudistenstreifens „Garden of Eden“ aus dem Jahre 1955, welcher erst im Jahre 1957 Aufführungserlaubnis bekam, nachdem ein Gericht festlegte, dass man Nacktheit nicht als obszön bezeichnen kann, solange nicht ein sexueller Aspekt hinzugefügt wird. Durch diesen Beschluss erhielt das Tabu der Nacktheit wieder offiziellen Einzug in den Bereich des Legalen.

Folge dieses Urteils war die Entwicklung der „Nudies“, Filme also, die um das Element der – weiblichen – Nacktheit eine behelfsmäßige Handlung konstruierten, in denen Männer sich nicht von den offengelegten Reizen beeindruckt zeigen durften, was oft in einer nahezu übersteigerten Form von Fetischismus endete.

Zu den bekanntesten Vertretern dieses Genres zählt zweifelsohne der Amerikaner Russ Meyer, der nicht nur für die Entdeckung so mancher Busenwunder verantwortlich ist, sondern diese limitierte filmische Sparte wie kein zweiter zu einem eigenen Kunstanspruch verhalf. Der sogenannte „King of the Nudies“ verstand es, in seinen Filmen nicht nur den Damen zur Nacktheit zu verhelfen, sondern nebenbei noch die amerikanische Gesellschaft zu parodieren. So gehören Titel wie Supervixens (1975) oder Mudhoney (1965) längst zu den – wenn auch abseitigen – Klassikern der Filmgeschichte.

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